Orbis Linguarum

Orbis Linguarum


Orbis
Aktuell
Diskussion
Suche
Archiv
Register
Redaktion

Bestellung

Impressum

Download dieses Dokuments als pdf-Datei
Diskutieren Sie mit Kollegen über diesen Artikel im Forum.
Orbis Linguarum Vol. 25/2004

Fee-Alexandra Haase

Catholic University Taegu-Hyosung / South Korea

Nietzsche und die Pseudonymität der Geschichte

Kritik der Rhetorik und Philosophie in der Epoche des Historismus

Betrachtet wird die Metaphorik von Oberfläche und Maske vor dem Hintergrund von Nietzsches Studien zur Rhetorik und den literarischen Formen der Personi­fi­zierungen, die in seinem Werk vertreten sind. Die Forschung zu Nietzsches Werk hat sich insbesondere im Bereich der Rhetorik mit der Theorie der Metaphorik in Nietzsches Rhetorik-Vorlesungen beschäftigt.[1] Die poetische Rezeption rheto­ri­scher Formen findet sich in Nietzsches Gesamtwerk mit nahezu program­ma­tischer Funktion. Wissenschaftshistorisch wurde sie als Abweichung von den Phi­lologen in zeitgenössischen an der Methodik des Historismus orientierten Philo­lo­gen be­trachtet. Nietzsches Gelehrsamkeit zeigt seine Verpflichtung zu einer Wie­derer­fin­dung von rhetorischen Kenntnissen und Fähigkeiten. In seinem Aufsatz Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben kommentiert Nietzsche die Gelehr­samkeit des 19. Jahrhunderts, insbesondere die Historiographie. Nietzsche kritisiert hier Empirismus und universale Weltbetrachtung. Nietzsches Kommentar war für die pejorative Bedeutung des Begriffes ‚Historismus’ für diese Epoche prä­gend. Nietzsche verlangt eine ‚kritische’ Geschichte.

In seinen Vorträgen über die Rhetorik, die Nietzsche an der Universität Basel in den Jahren 1872 und 1873 gegeben hat, unternimmt der Altphilologe den Ver­such, klassische Rhetorik wiederzubeleben. In der Abwendung von seiner Gelehr­ten­kar­riere drückte sich nicht nur ein persönliches Schicksal aus, sondern auch das unauf­haltsame Scheitern eines ganzen Bildungs- und Kulturprogramms. Seit Fried­rich Schiller und Wilhelm von Humboldt hatte das Studium der Antike, vor allem Grie­chenlands, als Vorschule der Humanität gegolten. Nietzsche zeigte, dass es sich hier weniger um eine humanistische Leistung als vielmehr um die Ausbildung wis­sen­schaftlichen Nachwuchses handelte. Nietzsche war nicht der erste, der die Gren­­zen des Bildungsideals des Humboldtschen Programms kritisierte. Huma­nis­tische Ziele verfolgte Nietzsche nach dem Ausscheiden aus dem akademischen Lehrtrieb der Fachphilologie in seinen literarischen Werken, die sich durch eine für philoso­phi­sche Schriften bislang unbekannte literarische poetische Form aus­zeichneten.

Die Maske scheint ein lebendes Gesicht zu sein, das dennoch auf seinen Träger wartet, wenn er sich denn porträtieren lassen will. Die Maske repräsentiert eine Person im antiken Doppelsinn des Begriffs. Trotz seiner Unterscheidung zwischen dem Erfinder der Maske und dem, der sie trägt, argumentiert Nietzsche seit Mensch­liches, Allzumenschliches qua Sprache und als Stilanalytiker. Vergleichbare Ideale des Menschen finden sich in der antiken Rhetorik im orator perfectus Cice­ros. Nietzsche spricht ausdrücklich davon, dass von der Auflösung aller Werte auch das Ich betroffen ist. Auch gegen das Ich muss sich die Ironie des Übermenschen richten.

In einer postum veröffentlichten Schrift verbindet Nietzsche das Blühen der klas­sischen Rhetorik mit einer pädagogischen Tradition zur polytheistischen Theo­logie. Eine weitere wichtige Etappe in der Geschichte der Reflexion über Meta­phern und das Metaphorische bildet das sprachkritische Denken Friedrich Nietz­sches. Einerseits sind Nietzsches Reflexionen zum Thema "Metapher" vor dem Hintergrund jener philosophischen Metaphernkritik zu sehen, die seit dem Mittel­alter im Zeichen der Diagnose von der "Uneigentlichkeit" der Metapher betrieben worden war. Gilt die metaphorische Rede als unwissenschaftlich und rational un­begründet. Das Erkennen ist in seinen Arbeiten eine der beliebtesten Metaphern. (Nietzsche: Werke. Musarion-Ausgabe Band 6, 57) Andererseits hebt gerade Nietz­­­sche die ursprüngliche Metaphorizität aller Sprachbildung sowie die trans­zendentale Potenz der als ursprünglich metaphorisch verstandenen Sprache hervor. Friedrich Nietzsche nutzt in Also sprach Zarathustra - Ein Buch für Alle und Kei­nen über den Übermenschen in dem Kapitel Auf den glückseligen Inseln den Aus­druck Bild: "Und was ihr Welt nanntet, das soll erst von euch geschaffen werden: eure Vernunft, euer Bild, euer Wille, eure Liebe soll es selber werden! Und wahr­lich, zu eurer Seligkeit, ihr Erkennenden![2]" Nietzsche definiert hingegen die Be­griffe als Bildzeichen in Jenseits von Gut und Böse: "268. Was ist zuletzt die Ge­meinheit? - Worte sind Tonzeichen für Begriffe; Begriffe aber sind mehr oder weniger bestimmte Bildzeichen für oft wiederkehrende und zusammen kommende Empfindungen, für Empfindungs-Gruppen. Es genügt noch nicht, um sich einander zu verstehen, dass man die selben Worte gebraucht: man muss die selben Worte auch für die selbe Gattung innerer Erlebnisse gebrauchen, man muss zuletzt seine Erfahrung mit einander gemein haben."[3]

Nietzsche erläutert im Paragraphen 328 des vierten Buches der Morgenröthe idea­listische Theorien: "328. Worauf idealistische Theorien rathen lassen. - Man trifft die idealistischen Theorien am sichersten bei den unbedenklichen Praktikern; denn sie brauchen deren Lichtglanz für ihren Ruf. Sie greifen darnach mit ihren Instincten und haben gar kein Gefühl von Heuchelei dabei: so wenig ein Engländer mit seiner Christlichkeit und Sonntagsheiligung sich als Heuchler fühlt. Umge­kehrt: den beschaulichen Naturen, welche sich gegen alles Phantasiren in Zucht zu halten haben und auch den Ruf der Schwärmerei scheuen, genügen allein die har­ten realistischen Theorien: nach ihnen greifen sie mit der gleichen instinctiven Nöthigung, und ohne ihre Ehrlichkeit dabei zu verlieren." [4]

Nietzsche macht im Paragraphen 328 einen Vergleich mit einem fiktiven Auge für die Selbstbetrachtung des Menschens und seine Empfindung als Mittelpunkt der Welt: "352. Centrum. - Jenes Gefühl: "ich bin der Mittelpunct der Welt!” tritt sehr stark auf, wenn man plötzlich von der Schande überfallen wird; man steht dann da wie betäubt inmitten einer Brandung und fühlt sich geblendet wie von Einem grossen Auge, das von allen Seiten auf uns und durch uns blickt." [5] Die Vision als Bild vermittelt Dionysus in Friedrich Nietzsches Werk Die Geburt der Tragödie. Als weibliches Pendant zur Visionsgestalt Admet wird das Frauenbild Alcestis erwähnt: "Dionysus, der eigentliche Bühnenheld und Mittelpunkt der Vision, ist gemäss dieser Erkenntniss und gemäss der Ueberlieferung, zuerst, in der allerältesten Periode der Tragödie, nicht wahrhaft vorhanden, sondern wird nur als vorhanden vorgestellt: d. h. ursprünglich ist die Tragödie nur "Chor” und nicht "Dra­ma”. Später wird nun der Versuch gemacht, den Gott als einen realen zu zeigen und die Visionsgestalt sammt der verklärenden Umrahmung als jedem Auge sichtbar darzustellen; damit beginnt das "Drama” im engeren Sinne. Jetzt bekommt der dithyrambische Chor die Aufgabe, die Stimmung der Zuhörer bis zu dem Grade dionysisch anzuregen, dass sie, wenn der tragische Held auf der Bühne erscheint, nicht etwa den unförmlich maskirten Menschen sehen, sondern eine gleichsam aus ihrer eignen Verzückung geborene Visionsgestalt. Denken wir uns Admet mit tiefem Sinnen seiner jüngst abgeschiedenen Gattin Alcestis gedenkend und ganz im geistigen Anschauen derselben sich verzehrend - wie ihm nun plötzlich ein ähnlich gestaltetes, ähnlich schreitendes Frauenbild in Verhüllung entgegengeführt wird."[6]

Diese Abhandlung gliedert sich inhaltlich in drei Schwerpunkte. Mittels eines Vergleichs mit der kulturgeschichtlichen Bedeutung der Maske soll Nietzsches neue Wertung des Masken-Begriffs veranschaulicht werden. Die werkimmanente Gegenüberstellung zweier zeitlich voneinander variierender Werke Nietzsches soll darlegen, wie der Masken-Begriff innerhalb des Werkes Nietzsches unterschied­lichen Stellenwert erhält. Ausgehend von Nietzsches Masken-Begriff werden im Rahmen der Metaphern-Diskussion verschiedene Denkansätze mit Nietzsches ei­gener Metapherndefinition konfrontiert.

Somit berücksichtigt die Arbeit nur einige Aspekte, die das Thema "Maske” bei Nietzsche zu bieten hat. Dieser Vorgehensweise liegt die Überlegung zugrunde, den Facettenreichtum Nietzsches auch anhand eines minimalen Ausschnitts seines Werks - eben des "Masken-Begriffs” - aufzugreifen: während der erste Teil der Arbeit eine Grundlage bildet, um Nietzsches Masken-Begriff kulturgeschichtlich einzuordnen, werden rhetorische Aspekte im zweiten und dritten Teil der Arbeit behandelt. Den Ausgangspunkt, um sich letzten Endes mit der metaphorischen Dimension eines Begriffes auseinanderzusetzen, bildet dessen konkrete Erschei­nungsform, die Maske. Sie definiert sich als Hohlgesichtsform, deren Träger die Gestalt, die eine Maske repräsentiert, darstellt. Als eines der frühesten Zeugnisse der menschlichen Kultur findet sich die Maske zu allen Zeiten und in allen Erd­teilen. Ursprung der Maske ist der Kult. So dient sie bei den Naturvölkern noch heute als Zauber- und Beschwörungsmittel von Geistern. War die Maske noch in der altsteinzeitlichen Kultur Darstellungsmittel für Tierkulte, so finden wir bei den Griechen den Übergang von der Tiermaske zur Personendarstellung. Am Beispiel des Dionysos und seines Kultes wird deutlich, wie Ekstase, das Herausgehen aus sich selbst, und Maske als Mittel der Selbstauflösung miteinander verbunden sind. Während jedoch die Selbstauflösung bei den dionysischen Aufführungen durch die theatralische Maske lediglich ein inszenierter Identitätswechsel, ein Rollenspiel, ist, bringt die kultische Ekstase das Erlebnis einer religiösen Erfüllung, einer Auf­lösung in Gott, mit sich. In ihrer kulturgeschichtlichen Entwicklung findet die Mas­ke Eingang in den Totenkult (am ausgeprägtesten in der ägyptischen und römi­schen Kultur) und in den Volksbrauch (z. B. alemannische Fastnacht), wo sie spiele­ri­sches Mittel ist, um naturhaftes Geschehen nachzuspielen und sich in andere Ge­stalten zu verwandeln. Auch in der bildenden Kunst ist die Maske in vielen Epo­chen vertreten.

All diesen konkreten Formen der Maske ist gemeinsam, dass sie kulturell veran­kert sind. Als sozio-kulturelles Phänomen ist die Maske als solche von der Umwelt gesellschaftlich akzeptiert und erkennbar. Sie ist Ausdrucksmittel des Zusammen­halts einer Wertegemeinschaft. In der Psychologie ist der Begriff allgemeinge­bräuch­lich benutzt für die dem menschlichen Rollenverhalten eigene Tendenz, durch einen willkürlich angenommenen Gesichtsausdruck die tatsächlichen Nei­gun­gen und Einstellungen anderen Menschen gegenüber zu verbergen. Hier soll das Maskenhafte nicht von der Umwelt erkannt werden; die Maske ist Mittel zur Verstellung. Von der psychologischen Maske wird - im Gegensatz zur o.g. kultu­rell verankerten Maske-individueller Gebrauch gemacht. Das heißt, das Individuum entscheidet, wenn auch unbewußt, wann die Maske eingesetzt wird und welche physiognomischen Züge sie trägt. Der deutsche Psychologe Philipp Lersch (1898 - 1972), der ausdrücklich darauf hinweist, dass die Verwendung des Begriffes "Mas­ke” auf seiner Auseinandersetzung mit Nietzsches Werk beruht, hat in der Aus­druckspsychologie die Maske zu einem psychologischen terminus technicus inner­halb seines Systems gemacht. Dem Denkansatz Lersch’ zufolge ist die Person aus verschiedenen Schichten aufgebaut: Der endothyme Grund der Person beinhaltet die Gesamtheit aller endothymen Erlebnisse ("Stimmungen und Gefühle, Affekte und Gemütsbewegungen, Triebe und Strebungen”). Diesen seelischen Bewegungen ist gemeinsam, dass sie für die Person "nicht überschaubar und kontrollierbar” ge­schehen, da sie ihr Auftreten nicht beeinflussen kann.

Dem endothymen Grund ist der personelle Oberbau übergeordnet; er setzt sich aus Denken und Wollen zusammen. Diese menschlichen Fähigkeiten bewirken, dass das Ich als Ausgangspunkt und "Initiator der seelischen Vollzüge” aktiv han­delt. An der Stelle, "wo beide Schichten gegeneinander offen sind und integrativ zusammenwirken”, entsteht eine dritte Schicht der Person, das personale Selbst. Die Maske ist nun eine Form der Störung des personalen Selbst: Wie dem Schema von Lersch zu entnehmen ist, kann die Person sich auf verschiedene Arten gegen­über ihrer Umwelt äußern. Im Idealfall, in dem endothyme Erlebnisse unreflektiert und spontan ausgedrückt werden, ist das Verhalten echt. Es wird nicht durch Den­ken oder Wollen manipuliert und ist nicht zweckgerichtet. Beim Phänomen der Maske wird das oben aufgezeigte Verhalten imitiert: Gegenüber der Umwelt soll der Anschein erweckt werden, dass ein echter Ausdruck einer Empfindung vor­liegt. De facto entstammt dieser imitierte Ausdruck aber nicht dem endothymen Grund, sondern aus dem geistigen Überbau. Dieser bedient sich lediglich der Form des spontanen Ausdrucks. Lersch unterscheidet zwei Maskentypen: Die unechte Maske ist begleitet vom Wunsch der Person, wirklichen endothyme Inhalte aus­drücken zu können, was sie aber auf­grund ihrer psychischen Konstellation nicht vermag. Bei der geheuchelten oder verstellten Maske hat die Person kein Bedürfnis nach dem tiefen Erleben der endothymen Erlebnisse. Sie will gegenüber ihrer Um­welt nur den An­schein erwecken, diese Erlebnisse zu realisieren und verfolgt einen anderen Zweck.

Ausgehend von den oben angeführten Überlegungen kann man zwei unter­schied­liche Maskentypen kennzeichnen. Diese sind die traditionelle Maske als kultureller Ausdruck der Zusammengehörigkeit von Individuen einer Wertegemeinschaft und die psychologische Maske, die vom Individuum ohne Vereinbarung als Mittel der Verstellung eingesetzt wird. Mit Lersch beschränkt sich die psychologische Maske nicht mehr auf die Physiognomie, sondern erfasst weite Bereiche menschlichen Han­delns. An dieser Stelle ist es - nicht zuletzt wegen der zeitlichen Stellung Nietz­sches - sinnvoll, mit Nietzsches Umgang mit der Maske einzusetzen. Die Be­griffe Oberfläche und Maske treten bei Nietzsche an verschiedenen Stellen seines Ge­samtwerkes auf, die z. T. zeitlich voneinander variieren. Die Werke Die Geburt der Tragödie (1872), Menschliches, Allzumenschliches (1878/79), Die Fröhliche Wis­senschaft (1882) und Jenseits von Gut und Böse (1886) nehmen die Begriffe auf.

Um im folgenden über die Verwendung der Begriffe Aussagen machen zu kön­nen, werden einzelne Stellen miteinander verglichen und im Kontext analysiert. Zwischen dem Entstehen von Die Geburt der Tragödie und Jenseits von Gut und Böse liegen vierzehn Jahre. Nach der von Joachim Goth vorgeschlagenen chrono­logischen Gliederung des Werkes Nietzsches fällt die Geburt der Tragödie als Ju­gendschrift in die früheste, Jenseits von Gut und Böse in die vorletzte von insge­samt fünf Werkperioden Nietzsches. In drei ausgewählten Textbeispielen der Ge­burt der Tragödie benutzt Nietzsche die Maske als sprachliches Mittel, um zu be­schreiben, wie sich Dionysos in den tragischen Figuren Prometheus und Ödipus manifestiert. Das Wort "Maske” hat hier den Charakter einer rhetorischen Syllepse. In ihm verbindet sich das eigentlich Gemeinte, nämlich die Maske, durch die die tragische Figur im Schauspiel repräsentiert wird, mit einem metaphorischen Mas­kenbegriff, durch den Nietzsche das duale Prinzip des Apollinisch - Dionysischen exemplarisch anschaulich macht. So ist es auch zu erklären, dass Nietzsche im Pro­metheus auf der einen Seite eine Maske des Dionysos sieht, auf der anderen Seite aber auch im Prometheus eine Verschmelzung des Dionysischen, Aufbegehrenden und Unkontrollierbaren, mit dem Apollinischen personifiziert.

Auch den Tragödienschreiber Euripides als Maske des Sokrates zu beschreiben, ist Kennzeichen dafür, dass es sich in diesen Textstellen bei der Verwendung des Masken-Begriffs um kein "verbum proprium” handelt, sondern dieser Ausdruck ein weitergeführtes Sprachspiel ist, das sich im Kontext der antiken Tragödie zur Benutzung anbietet. So spricht sich Paul de Man gegen einen rein metaphorischen Sprachduktus bei Nietzsche aus, wenn er für die Geburt der Tragödie festellt: "In dem frühen Text ist das Gewicht, das auf der symbolischen Natur der Sprache liegt, noch Teil eines binären Systems, das metaphorische und wörtliche Bedeutung gegenüberstellt und das wohl oder übel die Autorität der Bedeutung behauptet.”[7] Kaulbach betont ebenfalls den Bedeutungs-Charakter in Nietzsches frühen Wer­ken: "Die Sprache der Geburt der Tragödie ebenso wie der Unzeitgemäßen Be­trachtungen schließen ihre Wahrheit, die sie mitteilen, durch bildhafte Bedeutun­gen auf.”[8] In diesem Werk sind Textstellen mit dem Begriff "Maske” am häufig­sten anzutreffen.[9] Die von Nietzsche benutzten Begriffe "Maske” und "Oberfläche” auf der einen Seite, der der "Tiefe” auf der anderen stehen sich in einem grundsätz­lichen antithetischen Spannungsverhältnis gegenüber. Ihre Gegensätzlichkeit, aber auch das gegenseitige Sich- Bedingen der Begriffe wird von Nietzsche in den fol­genden Texten thematisiert; so führt Nietzsche zum Verhältnis von "Tiefe” und "Maske” an: "Es gibt Vorgänge so zarter Art, daß man gut tut, sie durch eine Grob­heit zu verschütten und unkenntlich zu machen; es gibt Handlungen der Liebe und einer ausschweifenden Großmut, hinter denen nichts rätlicher ist, als einen Stock zu nehmen und den Augenzeugen durchzuprügeln, damit trübt man dessen Ge­dächt­nis. Mancher versteht sich darauf, das eigene Gedächtnis zu trüben und zu mißhan­deln, um wenigstens an diesem einzigen Mitwisser seine Rache zu haben - die Scham ist erfinderisch.[...] Ich könnte mir denken, dass ein Mensch, der etwas Kostbares und Verletzliches zu verbergen hätte, grob und rund wie ein grünes altes schwer­beschlagenes Weinfaß durchs Leben rollt - die Feinheit seiner Scham will es so.”[10]

Wie schon bei den abstrakten Begriffen Tiefe und Maske erwähnt, sind auch die Gedankengänge dieses Zitats durch eine inhaltliche Antithetik geprägt. Vorgänge so zarter Art und Handlungen der Liebe und einer ausschweifenden Großmut ste­hen der Verschüttung durch eine Grobheit, Gedächnistrübung und Rache gegen­über, traditionell positiv besetzte ethische Werte werden negativ besetzten gegen­übergestellt. Dieses Verhaltensmuster wird gewissermaßen durch die Maske sym­bolisiert, durch sie werden Antithesen in Bezug zueinander gesetzt. Weiter charak­te­risiert Nietzsche den Maskentragenden: "Ein solch Verborgener, der aus Instinkt das Reden zum Schweigen und Verschweigen braucht und unerschöpflich ist in der Ausflucht vor Mitteilung, will und fördert es, dass eine Maske von ihm an seiner Statt in den Herzen und Köpfen seiner Freunde herumwandelt”.[11]

Wieder variiert Nietzsche hier das Thema Maske/Oberfläche durch eine Anti­the­se, die vom Reden und dem entsprechenden Antonym Schweigen/Ver­schwei­gen; hier verwandelt sich das Reden quasi durch die Maske in das Antonym Schwei­gen/ Verschweigen. In der Geburt der Tragödie verwendet Nietzsche den Masken-Be­griff in engem Bezug zum Kontext: Als "Geschichte einer Geburt und Wieder­ge­burt” (de Man) ist in der Geburt der Tragödie das Prinzip des Apollinisch/Dio­ny­sischen kulturhistorisch eng mit dem Begriff "Maske” verwandt. Der Masken-Be­griff ist sprachliches Mittel, um prozesshaftes Weltgeschehen zu veranschaulichen. Der Benutzung des Masken-Begriffs in Jenseits von Gut und Böse liegt eine logi­sche sprachliche Antithetik zugrunde; aufbauend auf diesem Prinzip übt Nietzsche mittels des Masken-Begriffs im weitesten Sinne Kulturkritik. Damit hat Nietzsche den Begriff aus seinem traditionellen Kontext, der in der Geburt der Tragödie noch vorhanden ist, gelöst. Die Texte zur Masken/Oberflächenthematik zeichnen sich stilistisch durch ihre Bildhaftigkeit aus. Nietzsche benutzt zahlreiche Bilder, um dem Text evidentia zu verleihen. Auch wenn es sich inhaltlich eher um einen Sach­text handelt, gestaltet Nietzsche ihn mit der assoziationsreichen Bildlichkeit eines poetischen Werkes und dem sprachliche Duktus der gesprochenen Rede. An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob das, was bis jetzt als Masken-Begriff bezeichnet wurde, als Metapher bezeichnet werden kann, bzw. wie eine Metaphern-Definition lauten müßte, die Nietzsches Sprachstil gerecht wird.

Innerhalb der Metaphern-Forschung gibt es keine einheitliche Metaphern-De­finition. In der traditionellen Substitutionstheorie (Aristoteles, Quintilian) vertritt die Metapher das verbum proprium. An einem kurzen Textbeispiel sei die Proble­matik der Übertragbarkeit bei Nietzsches Masken-Begriff verdeutlicht: "Alles, was tief ist, liebt die Maske; die allertiefsten Dinge haben sogar einen Hass auf Bild und Gleichnis.”[12] Auf der einen Seite haben wir es hier mit menschlichen Empfin­dun­gen, Liebe und Hass, zu tun. Die Subjekte, über die ausgesagt wird, sind Neutra: Alles und die allertiefsten Dinge. Den begrifflichen Gegenpol zur” Maske” bilden Bild und Gleichnis. Nietzsche vermeidet sprachliche Eindeutigkeiten, die Über­tra­gungen durch Analogie oder Ähnlichkeit zuließen und verhindert so eine Rück­füh­rung des Masken-Begriffs auf die Ebene des Eigentlichen. In diesem Zusammen­hang entspricht hingegen die jüngere Interaktionstheorie in der Metaphern-Diskus­sion der sprachlichen Struktur Nietzsches Werk mit ihrer Position, "dass es für ei­nen metaphorischen Ausdruck keinen eigentlichen Ausdruck gibt. Der metapho­ri­sche Ausdruck ist nicht ersetzbar, außer um den Preis eines Verlustes an Bedeu­tung. [...] Zwischen der Metapher und ihrem Kontext besteht semantische Inkon­gruenz.” [13]

Joseph Simon hebt im Rahmen einer Sprachkritik bei Nietzsche als Kennzei­chen Nietzsches Sprachauffassung hervor: "Das Zusammenspielen des Wortcha­rak­ters als Begriff und als Metapher ist der Grundgedanke der Sprachphilosophie Nietzsches. [...] Ein Wort in der Vorstellung, dass es als Name für eine Art von gleichen Dingen zu verstehen sei, ist ein Begriff; ein Wort, durch das sich ein In­dividuum als solches oder in dem es ein "ganz und gar individualisiertes Urerleb­nis” auszudrücken versucht, ist eine Metapher.”[14] Dieser Metaphernbegriff findet sich explizit bei Nietzsche wieder: "Die Metapher ist für den echten Dichter nicht eine rhetorische Figur, sondern ein stellvertretendes Bild, das ihm wirklich, anstelle eines Begriffes, vorschwebt.”[15] Mit dieser Aussage, einer neuen Formulierung des "ut pictura poesis”-Postulats Horaz, sollen an die Stelle des Abstrakten das An­schau­liche und Konkrete treten. Während die traditionelle Metapherndefinition von einer Wort- Übertragung ausgeht, der Sprache Nietzsches nicht gerecht wird, ersetzt die Metapher für Nietzsches einen Begriff durch ein Bild, das dem Dichter "vorschwebt”. Mit diesen Begriffen betont Nietzsche den assoziativen Charakter der Metapher in seiner Sprachphilosophie. Wenn auch an dieser Stelle das Thema Metapher nur in groben Zügen gestreift wurde, kann man festhalten, dass der von Nietzsche selbst geprägte Metaphernbegriff seinem literarisches Werk mehr entspricht als die tradi­tionelle Metaphern-Definition. So bemerkte Martin Stingelin in Nietzsche und Lich­tenberg: "Ur-Sprung der Sprache ist der ästhetische "Trieb zur Metapherbil­dung, jener Fundamentaltrieb des Menschen, den man keinen Augenblick wegrechnen kann, weil man damit den Menschen selbst wegrechnen würde”. Genau in dieser Selbstvergessenheit des Menschen aber gründet sein ästhetischer Fundamentaltrieb, weshalb er auch nicht erkennen kann, dass die Sprache damit gleichzeitig ihrer - von den durch sie verkörperten menschlichen Vorurteilen freien - Erkenntniskraft beraubt ist."[16] Nietzsche kam er zum Schluss, dass das Griechenbild des Historizis­mus seiner vornehmlich wissenschaftlichen Zeitgenossen auf einem durch die Jahr­hunderte hinweg falsch verstandenen Bild der "griechischen Heiterkeit” beruhe. In der Geburt der Tragödie versucht Nietzsche, den Gegensatz aus undurchschaubarer Einheit und ästhetisch gegliederter Vielheit anhand des Begriffspaares des "Diony­sischen” und des "Apollinischen” zu beschreiben. Nietzsches Selbstüberschätzung nimmt zu.

Anhand des Masken-Begriffs wurde aufgezeigt, dass Nietzsche an einem kultur­geschichtlichen Wendepunkt im Ausgang des 19. Jahrhunderts steht; wie die Ana­lyse des Masken-Begriffs in der Geburt der Tragödie gezeigt hat, benutzt er den Begriff hier in traditionellem Kontext, während er ihn später als autonomes "Bild” einsetzt.

Zur kulturgeschichtlichen Stellung Nietzsches Masken-Begriffs:

Nietzsche greift auf eine der frühesten historischen Verbindungen (Maske - Dio­nysos) des Begriffs zurück, um sie in das duale Weltbild der Geburt der Tragödie einzubauen. Im Spätwerk wird ein historischer Rückbezug des Begriffs "Maske” nicht mehr angestrebt: Wollte man den Masken-Begriff hier als Metapher auffas­sen, wäre sie eine "absolute Metapher”, die anstelle eines Begriffs” (Nietzsche) und ohne Eigentlichkeits-Ebene Verwendung findet. Blickt man jedoch auf die geis­teswissenschaftlichen Tendenzen des ausgehenden 20. Jahrhunderts, das Auf­kommen der Psychologie und der Sozialwissenschaften, so hat Nietzsche sicher als erster Philosoph der Moderne den Sprung von der Philosophie zur Psychologie unternommen, so dass Lersch ihn würdigt als denjenigen, "der die Kompliziertheit [...] und Zusammenhänge im Problem der Selbsttäuschung aufgedeckt hat.” [17] Ab­gesehen von Stilmerkmalen, die sich -wie der expressiver Wortwahl- nahezu durch sein gesamtes Werk ziehen, hat Nietzsche mit dem Masken-Begriff die Antithetik zu einem Sprach-Merkmal gesteigert, das nicht mehr bloß Redeschmuck in den Wortverbindungen ist, sondern - als Inbegriff der Ironie - grundlegendes Denk-Prin­zip. Desweiteren hat Nietzsche die Aussage-Valenz des Begriffs "Maske” über den historischen oder metaphorischen Rahmen hinweg gesteigert.

Nietzsche versteht sein Denken im Gegensatz zu dem Kants als historisches (NF XI 442). So wendet er zunächst gegen Kant und die Philosophiegeschichte ein, dass all die Irrtümer solcher Art auf einen "Mangel an historischem Sinn” zurück­zuführen sind (MA II 4). Nietzsche seinerseits meint mit "historisch” - ein Schlag­wort seiner Zeit - aber nicht "Historismus”, also ein Abbilden aller Phänomene auf einen geschichtlichen Zusammenhang oder gar tieferen Sinn innerhalb der Ge­schich­te hin. Nietzsche interpretiert die Motivationssysteme menschlichen Han­delns nicht als ursprüngliche Phänomene, aber auch nicht historisch, sondern genealogisch (vgl. NF XII 442f). Es gilt im folgenden zu untersuchen, in welchem genealogischen Verhältnis Erkenntnis, Bewußtsein und Moral stehen. Dabei gilt: "Erkenntniß” ist auch nur eine "Auslegung” (NF XII 104); und die moralischen Verhältnisse sind demnach nur eine "moralische Ausdeutung von Phänomenen” (JGB V 92). Erkenntnis, Bewusstsein und Moral sind Interpretamente und haben als solche eine Geschichte. Im Kontext des okzidentalen Philosophieren nun vermen­gen sich der erkenntnistheoretische und der moralische Gegenstand des Den­kens. Für Nietzsche ist die Psychologie "der Weg zu den Grundproblemen” und die "Her­rin der Wissenschaften”. Damit meint er aber weniger Erforschung als vielmehr Entdeckung: Aufdeckung des Verdeckten. In einer komplizierten Paral­lele mit dem nur 12 Jahre jüngeren Sigmund Freud steht Nietzsche dem See­len­leben nicht als neutraler Wissenschaftler gegenüber, sondern als leidenschaftlicher Angreifer: Sei­ne "Entlarvungspsychologie” will den Menschen "demaskieren”, hervorholen, was man gern verborgen und versteckt halten möchte, insbesondere die geheimen An­triebe der "Moral”. Bei alldem ist Nietzsche über das Verhältnis von bewusst und unbewusst, Träumen und Wachen, Affekt und Gefühl und insbe­sondere das Unbe­wusste intuitiv zu Aussagen gekommen, die von der Wissen­schaft im Wesent­lichen bestätigt worden sind.

Nietzsches von Schopenhauer übernommene und gegen Descartes und Kant ge­wandte dynamistische Affektentheorie, die später Einfluss auf die wissen­schaft­liche Begründung der Psychologie haben sollte, führt zu der Figur des Übermen­schen, die ein dynamisches Menschenbild weit über Nietzsches Zeit hinaus beeinflus­sen wird und selbst Ausdruck der paradigmatischen Veränderungen seiner Zeit ist - des nämlichen Blickrichtungwechsels von mechanischen Funktionen zu dy­na­mi­schen Prozessen.[18] Nietzsche beschreibt im Versuch einer Selbstkritik (1886) im Vorwort an Richard Wagner (1871) von Die Geburt der Tragödie das "Apollini­sche der Maske" als "Erzeugungen eines Blickes in’s Innere und Schreckliche der Natur": "Wenn wir bei einem kräftigen Versuch, die Sonne in’s Auge zu fassen, uns geblendet abwenden, so haben wir dunkle farbige Flecken gleich­sam als Heil­mittel vor den Augen: umgekehrt sind jene Lichtbilder­schei­nungen des sophokle­ischen Helden, kurz das Apollinische der Maske, nothwendige Erzeugungen eines Blickes in’s Innere und Schreckliche der Natur, gleichsam leuchtende Flecken zur Heilung des von grausiger Nacht versehrten Blickes."[19] Prometheus ist für Nietz­sche eine dionysische Maske. Dass hinter allen diesen Masken eine Gottheit, Dio­nysos, sich verbirgt, ist für Nietzsche ein Grund für die Idealität der Figuren des griechischen Dramas.

Fritz Mauthner beschreibt Nietzsches Wandel der Personen, in denen der Philo­soph seine Lehre aus dem Munde anderer Personen äußert. So spricht Mauthner von der "Maske Zarathustras": "Nietzsche hätte eine Sprachkritik mit gewaltigeren Sprachmitteln herstellen können, als es hier geschieht, wenn er sich nicht einseitig mit moralischen Begriffen abgegeben hätte, und wenn ihn nicht seine prachtvolle Sprachkraft verführt hätte, Denker und zugleich Sprachkünstler sein zu wollen. Sein Mißtrauen gegen die Sprache ist unbegrenzt; aber nur solange es nicht seine Sprache ist. Höchstens dass er einmal, allerdings in der Maske Zarathustras, aus­ruft: "Ich bin mir ein Worte-Macher: Was liegt an Worten! Was liegt an mir!”"[20] Nietz­sche bemerkte in der Vorrede von Zur Genealogie der Moral im Jah­re 1887, dass Moral als Folge, als Symptom, als Maske, als Tartüfferie, als Krankheit, als Miss­verständnis, als Ursache, als Heilmittel, als Stimulans, als Hemmung und als Gift auftreten kann. Nietzsches späte Selbstbezeichnungen sind beispielhaft für den Grenzgang zwischen literarischen Fiktion und psychischer Verfassung, die sich als Namens-Metaphoriken in seinen Briefen zeigen. In seinen späten Briefen nutzte Nietzsche als alter ego die Namen Cäsar, Sokrates, Voltaire, Napoleon, Dionysos und der Gekreuzigte. Bis zu seinem Buch Menschliches-Allzumenschliches schreibt Nietzsche die gleiche gediegene, an antiker Rhetorik geschulte Prosa. Er bevorzugt lange, sehr klar gebaute Satzperioden und verwendet auffallend wenig Fremd­wör­ter. Die Philologie hat ihn gelehrt, alles zu begründen und mit Zitaten zu belegen.

Nietzsche bemerkt so in der Vorrede (Erste Abhandlung) Gut und Böse, Gut und Schlecht von Zur Genealogie der Moral , dass der Übermensch der Schöpfer von Werten und einer "Herrenmoral” ist. Obwohl Nietzsche ausdrücklich verneint, dass es solche Übermenschen bereits gegeben habe, erwähnt er als Vorbilder Sok­rates, Jesus Christus, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Shakespeare, Goethe, Ju­lius Caesar und Napoleon. In Also sprach Zarathustra sind unter den Reden Zara­thustras insbesondere die Reden Vom Lesen und Schreiben, Von den Predigern des Todes, Von den Gelehrten und Von den Dichtern auf die Bereiche der Beredsam­keit und Sprache bezogen. Frank W. Hughes wies darauf hin, dass Pseudonymität ein bereist in der Antike und der Bibel zu findendes Phänomen der Literatur ist und stellte sie in der Nähe der Rhetorik. De facto findet sich kein Terminus technicus, der Pseudonymität entspricht. Die Rhetorik kennt jedoch die Figur der fictio per­sonae, die der Redner bei der Erzählung einsetzt.[21]

Nietzsche nutzt in der Zeit des Verfassens von Zarathustra zum ersten Male wie später bekanntlich noch oft eines Pseudonyms bedient. So unterzeichnet er einen Brief an die Mutter vom 29. Oktober 1881 als "Philoktet”*. In den früheren Jahr­hunderten sind sehr viel mehr Schriften anonym erschienen als heute. Literarische Autorschaft hatte einen anderen Platz in der Werteskala. Der Begriff des "geistigen Eigentums” hat sich erst in langwierigen historischen Prozessen herausgebildet. Nietzsches Pseudonyme sind auch ein literarisches Phänomen des späten 19. Jahr­hunderts. Der Historismus adaptierte im Zitat historisches Wissen. Nietzsches Sti­lisierung des Denkens wurde in Frankreich, aber auch im anglo-amerikanischen Raum nicht allein im Sinne einer konsequenten Umsetzung des linguistic turns ge­feiert. Sie wurde auch als Vorspiel zur Unterminierung tradierter Diskursivität und Rationalität gedeutet. Nietzsches Darstellung der antiken Rhetorik, seine Vorle­sun­gen über die Geschichte der Beredsamkeit sowie die Einleitung und (teilweise) Übersetzung der aristotelischen Rhetorik offenbaren eine explizit moralische Di­men­sion, die in der Forschung bisher kaum beachtet worden ist. Die Konzentration auf die frühen Rhetorik-Vorlesungen bzw. sprachphilosophischen Reflexionen wur­de in der Folge durch die Arbeiten Paul de Mans verstärkt, der insbesondere die Tropen bzw. rhetorischen Figuren in Nietzsches Texten behandelte.

In Nietzsches Darstellung der antiken Rhetorik ist die Bezeichnung der Dinge ist durch Not und Schutzlosigkeit erforderlich geworden. Die Nutzung von Na­mens-Metaphoriken, sei es in Form von Personifikationen durch mythische Figu­ren, sei es durch historische Personen, deren Reden Nietzsche wie beim Zarathustra fingiert, ist eine Form des Pseudonym-Gebrauchs in seinem Werk. Dieses Spiel mit Namen zieht sich jedoch auch durch die private Korrespondenz. Nietzsche zitierte und kompilierte die Vorlesungstexte zur Rhetorik in hohem Maße aus zeitgenössi­schen Werken. So bemerkte René Heinen, dass die Beschäftigung mit Nietzsches Vorlesungsaufzeichnungen über Rhetorik in mehrfacher Hinsicht kompliziert wird. Zum einen sei die Chronologie der Texte in der wissenschaftlichen Diskussion nach wie vor umstritten, zum anderen ist ihr Status im Hinblick auf interpretato­ri­sche Rückschlüsse lange Zeit nur unzureichend reflektiert worden. Thomas Fries und Glenn Most haben in ihrer Arbeit ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Nietz­sche mit der Kollation der Handbücher er Rhetorik von Volkmann und Gerber die antike Tradition des Kompilierens und Exzerpierens fortsetzt.[22]

Die Redekunst, von Nietzsche als ´Circe der Philosophen´ in der Vorrede der Morgenröthe bezeichnet, behandelt der Philosoph in seiner Rhetorikvorlesung aus dem Jahre 1874 als historisches kulturelles Phänomen der Antike.[23] Demgegenüber tritt die Bewertung der zeitgenössischen Redekultur in seinen literarischen Werken in den Vordergrund. Diese kulturkritische Haltung ist im Zusammenhang mit dem eigenen literarischen Stil des Philosophen zu betrachten, der - die Nähe zwischen poetischer Praxis und rhetorischer Theorie kennend - die Redekunst für die Dar­stel­lung seiner Lehre nutzt. Georg Simmels Artikel Friedrich Nietzsche. Eine moral­­philosophische Silhouette erschien erstmals in der Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik als zeitgenössische Würdigung des Philosophen, in dem auf die Persönlichkeit Nietzsches in seinem Werk hingewiesen wird. "Er beschreibt mit deutlichster Anspielung auf sich selbst, wie derjenige, der neue Ideale baut, doch innerlich noch von ihnen absteht, den alten anhängt und welche furchtbare Marter aus diesem Konflikt entsteht (Genealogie, 121); er schildert sich als einen Ringer, der zu oft sich selbst bezwingen musste, der durch eignen Sieg verwundet und gehemmt wurde, und bezeichnet, im Gedichte, die Vollendung seines eigenen Wesens als Hochzeit von Licht und Finsternis (jenseits, Nachgesang)."[24] Die anti­wissenschaftliche Haltung der Geburt der Tragödie darf jedoch nicht darüber hin­wegtäuschen, dass Nietzsche hier eine an das Fach adressierte, ernst gemeinte Al­ternative zur historischen Verarbeitung der antiken Tradition hatte geben wollen. Diese Alternative bestand in der konsequenten Modernisierung der an die Überlie­ferung zu richtenden Fragen. Nietzsches Programm lautete: Erschließung des Al­tertums als Mittel zur Erziehung des modernen Menschen. Antriebsmoment war ihm nicht die Erkenntnis des Altertums «an sich», sondern die Perspektive des kri­tischen Vergleichs. Was leistet die Beschäftigung mit der Antike für die Er­kennt­nis der Moderne - darauf zielte seine Befragung der antiken Überlieferung in gegen­wartskritischer Absicht.

Ab 1875 finden sich in den Notizbüchern Nietzsches einzelne Aphorismen, die Teil von Menschliches, Allzumenschliches werden. Ab 1876 schreibt Nietzsche unter dem geplanten Titel Die Pflugschar weitere Texte. Seit 1876 plant Nietzsche die Herausgabe einer Aphorismenschrift, im Herbst 1877 legt er die endgültige An­ordnung des ersten Teil fest. So spricht Nietzsche beispielsweise in seinem Spät­werk Der Antichrist (Teil 1) im Vorwort von ´seinem Zarathustra´. Nietzsches Selbstüberschätzung nimmt zu. Im Januar 1889 verliert er in Turin endgültig den Kontakt zur Realität. Der Kranke hat Wahnvorstellungen und die Hoffnung auf Heilung muss aufgegeben werden.[25] Bis 1872 arbeitete Nietzsche an einer umfang­reichen Studie mit dem Titel Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, die Anfang 1872 in Leipzig erschien und bereits 1874 verändert als Neuausgabe von 1886 den Titel Die Geburt der Tragödie oder: Griechentum und Pessimismus trug. In dem Vorwort Versuch einer Selbstkritik wird die Bearbeitung dieses Wer­kes betrachtet. Nietzsche hatte in dieses Werk einen 1871 in Basel veröffentlichten Privatdruck Sokrates und die griechische Tragödie eingearbeitet. Mit dieser Ab­hand­lung unternahm Nietzsche den Versuch, eine neue Sicht der griechischen Antike und der sie bestimmenden Geisteskräfte vorzulegen. Nietzsche kritisiert den stilistischen Umgang der Deutschen mit der deutschen Sprache. Im Gegensatz zur Geziertheit und Affektiertheit der Stils der französischen Sprache ist der Stil der Deutschen gekennzeichnet durch Mangel an Inspiration.

Ein gewöhnlicher Gelehrter der Moderne hat nach der Philosophie Nietzsches vor allem seine eigene Schwäche zu kompensieren. Nach dem ersten Teil von Menschliches Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister ist Nietzsche in die zweite Phase seines Schaffens eingetreten, in der er allen idealistischen Schwulst kritisiert. Im Zarathustra nutzt Nietzsche erstmals die Figur des Übermenschen. In Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft wird die Geschich­te seit den Griechen als Niedergang der Geschichte verstanden. Verantwortlich für den Niedergang ist der abendländische Geist selbst, der sich in Gestalt von Sokra­tes die Gleichheit zum Maßstab gesetzt und damit das Mittelmaß eingeführt hat. Hier ist Sokrates die personifizierte historische Entwicklung menschlicher Erkennt­nis. In Ecce homo, das 1908 posthum veröffentlicht wird, spricht Nietzsche über sich selbst und seine an Größenwahn grenzende Berufung. In Nietzsches Lebzeit bis zur Umnachtung redet Nietzsche irre und verschickt größen-wahnsinnige Nach­richten, die bemerkenswerterweise nicht ohne Bezug zu Nietzsches philoso­phi­schen Ideen sind, ja sogar als deren Konsequenz gedeutet werden können. Nietzsches Ansichten wechseln während seines Lebens teilweise ins Gegenteil. Die Ursache ist die ständige kritische Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, die ihm zu dieser Überzeugung führt. Im Januar 1889 verliert er in Turin endgültig den Kontakt zur Realität. Der Kranke hat Wahnvorstellungen und die Hoffnung auf Heilung muss aufgegeben werden.[26] Nietzsche Eine weitere wichtige Etappe in der Geschichte der Reflexion über Metaphern und das Metaphorische bildet das sprachkritische Denken Friedrich Nietzsches. Einerseits sind Nietzsches Reflexionen zum Thema "Metapher" vor dem Hintergrund jener philosophischen Metaphernkritik zu sehen, die seit dem Mittelalter im Zeichen der Diagnose von der "Uneigentlichkeit" der Metapher betrieben worden war. Gilt die metaphorische Rede als unwissenschaft­lich und rational unbegründet, so muss sich in dem Maße, als die Bedeutung der Sprache für den Prozess der Erkenntnis und Konstitution von "Wirklichkeit" erfasst wird, die Kritik der Metapher zur generellen Erkenntniskritik erweitern.

Nietzsche betont gerade in seinen späten Texten in überraschender Offenheit, er sei Träger vieler Masken. In der Antike bezeichnete man als "persona” die Maske, die ein Spieler im Theater trug. Diese Maske zeigte in Tragödie, Komödie oder Mysterienspiel, welche Rolle jemand gerade spielte. Dahinter konnten sich die Spielenden in ihrem besonderen Charakter verbergen. Ein ganz anderes Verständ­nis von Person. Melpomene mit der tragischen Maske verkörpert die Tragödie. Nietzsche schreibt in Jenseits von Gut und Böse, dass der Geist [...] seine Masken-Vielfältigkeit und Verschlagenheit geniesst. Nietzsche benutzt den Ausdruck Willen zum Schein, zur Vereinfachung, zur Maske, zum Mantel. Einerseits sind Nietzsches Reflexionen zum Thema "Metapher" vor dem Hintergrund jener philosophischen Metaphernkritik zu sehen, die seit dem Mittelalter im Zeichen der Diagnose von der "Uneigentlichkeit" der Metapher betrieben worden war. Gilt die metaphori­sche Rede als unwissenschaftlich und rational unbegründet, so muss sich in dem Maße, als die Bedeutung der Sprache für den Prozess der Erkenntnis und Konsti­tution von "Wirklichkeit" erfasst wird, die Kritik der Metapher zur generellen Er­kenntniskritik erweitern.

Nietzsche betont gerade in seinen späten Texten in überraschender Offenheit, er sei Träger vieler Masken. In der Antike bezeichnete man als "persona” die Maske, die ein Spieler im Theater trug. Diese Maske zeigte in Tragödie, Komödie oder Mysterienspiel, welche Rolle jemand gerade spielte. Dahinter konnten sich die Spielenden in ihrem besonderen Charakter verbergen. Ein ganz anderes Verständ­nis von Person. Melpomene mit der tragischen Maske verkörpert die Tragödie. Nietzsche schreibt in Jenseits von Gut und Böse, dass der Geist [...] seine Masken-Vielfältigkeit und Verschlagenheit genießt. Nietzsche benutzt den Ausdruck Willen zum Schein, zur Vereinfachung, zur Maske, zum Mantel. Die Verwendung von his­torischen Figuren in seinen für die Publikation bestimmten literarischen wie auch persönlichen Werken macht den Gegensatz zum an historische Fakten interes­sier­ten Historismus deutlich. Nietzsche nutzt historische Figuren wie Sokrates und Za­rathustra, später auch typische fiktive Figuren für das Aufzeigen und Interpretieren von historischen Zuständen und utopischen Geschichtsentwürfen. In Nietzsches Nachlass der Zeit von Anfang 1874 bis Februar 1874 32 [2] finden sich Notizen zur Beschäftigung des Philosophen mit des Redekunst der griechischen und römi­schen Antike

Cicero.

Schmuck.

Ehrlichkeit.

Decorative Cultur.

An den Griechen auch jetzt zu lernen.

Der moralische Mangel Cicero’s erklärt seinen aesthetischen Mangel (an

Ehrlichkeit)?

Alle neueren Zeiten leiden an diesem Mangel: unser Stil verhüllt.

Es ist nach der Art Cicero’s fortzuringen mit den Griechen. Leopardi.

Die Stärke und Ehrlichkeit seines Characters zeigt sich als Künstler.

Aber die Reinheit seines Geschmacks ist nicht so gross, dass er vermöchte Demos­thenes nachzuahmen: ob er schon höchlichst mit ihm wetteifert. (W<agner> und Bee­thoven.) Er ist als Künstler ehrlich und giebt ganz, was ihm gefällt. Aber ihm gefällt nicht das Beste am meisten, sondern das Asiatische. Das war ächt römisch.

Civilisatorische Möglichkeit schwebt vor.

Für die römische Cultur wesentlich die Separation der "Form”; der "Inhalt” wird durch sie versteckt oder übertüncht. Das Nachmachen einer fremden fertigen Cultur ist deutlich zu beobachten. Aber das haben, die Griechen auch gethan. Ein neues Ge­bilde ist das Resultat. Die römische Beredsamkeit war da grösster Kraft und ver­moch­te deshalb sich das Fremde zu assimiliren. Das Prächtige, Brutale und Ver­führerische der asiatischen Rhetorik zuerst, dann der rhodischen, dann der atti­schen Kunst: also rückwärts, in’s immer Einfachere.[27]

Diese Notizen sind aufschlussreich für die Sicht Nietzsches auf die antike Bered­samkeit: Der Ausdruck ‚Schmuck’ (ornatus) wird von Nietzsche neben dem Aus­druck ´Stil´ genutzt. Die antike Rhetorik gliedert der Philosoph in die asiatische, rhodische und attische Beredsamkeit und leitet eine Entwicklung von dem Stil des Asianismus bis zum Attizismus aus der historischen Überlieferung ab. Angesichts der ‚republikanischen Kunst’ Rhetorik konstatiert Nietzsche in seiner Rhetorik-Vor­lesung im Sommer 1974 (§ 1), dass ‚in neuerer Zeit’ diese Kunst ‚in einiger Nichtachtung’ steht. Wenn die Rhetorik gebraucht wird, ist sie unter den Zeit­genossen ‚nichts als Dilettanterei und rohe Empirie’. Bis zum Ende des 19. Jahr­hunderts ist die rhetorische Theorie an Universitäten und Schulen wenig beachtet. Eine Ausnahme bildet Nietzsche, der die Missachtung der Redekunst in seinen Rhetorikvorlesungen kritisiert und analysiert. Dass nach der Mitte des 18. Jahr­hun­derts die Rhetorik als Bildungssystem allerdings - trotz des vermeintlichen Verfalls der Beredsamkeit - noch weiterhin in Deutschland als Lehrfach durchaus Bedeu­tung hat, veranschaulichen die zahlreichen monographischen Publikationen auf die­sem Gebiet seitens deutscher Hochschullehrer. Trotz der aktive Beherr­schung des Lateinischen im Reden und Schreiben und des vermeintlichen Verschwindens der Redekunst als Bildungsziel vom Lehrplan der Gymnasien wird die Lehre so syste­ma­tisch weitergegeben. Die Rhetorik wurde in diesen Schriften in einem ein­heit­lichen System gelehrt, das neben den Teildisziplinen und Aufschwung der Mas­senmedien für die praktische Anwendung rhetorischer Mittel existierte.

Während in der Philosophie die Metapher selbst dem Bereich der Künste, der Dich­tung und damit dem Bereich der Täuschung, der Illusionen, des Scheins zu­geordnet wurde, machte Nietzsche sie zum Ort der Emanzipation, der Befreiung von der neuzeitlichen Vernunft. Nietzsches Nutzung von Metaphern ist Teil eines lyrischen Stils seiner Werke, ein für die Autoren philosophischer Werke unübliches Verfahren der poetischen Gestaltung der Lehre. Die Übernahme von historischen Figuren wie Sokrates und Zarathustra für die Beschreibung der eigenen Lehre, die schließlich in einer fiktionalen Figur, dem Übermenschen, ihren Protagonisten fin­det, ist für diesen Stil, der in Form von Liedern gestaltet wird, kennzeichnend. Der Philosoph als auctor, als Urheber seines Werkes, legt seine philosophischen Ge­danken in den Mund von historischen Figuren - dieses ist ein Verfahren der poe­ti­schen Gestaltung seiner Texte, die im Gegensatz zur positivistischen Bestands­auf­nahme des zeitgenössischen Historismus die historische Überlieferung zum Ge­gen­stand poetischer licentia macht.

Der von der Moderne aus für den Historismus kennzeichnende Rückbezug auf vergangene Stile ist - so widersprüchlich diese auch klingen mag - ein Kennzei­chen des Werks von Nietzsche. Gerade durch die Metaphorik von Maske und Ober­fläche und die metaphorische und fiktionale Nutzung von historischen Namen ist Nietzsche ein Vertreter des Historismus par excellence. Im Unterschied zum Positivismus und Historismus nutzt Nietzsche - und dieses ist der Unterschied zu den philologischen Betrachtungen und wissenschaftlichen Ansätzen dieser Zeit - die Historie für eine Betrachtung und Beschreibung zukünftiger Epochen.

Neben der Geschichtsschreibung und Philologie bediente sich der Philosoph der Fiktionalität poetischer Formen für eine idealistische, utopische Fiktion als Motiv seiner Lehre.



[1] Als Arbeiten zur Rezeption der antiken Rhetorik bei Nietzsche sind zu nennen:
Bierl, Anton Friedrich Harald: Friedrich Nietzsche. ‘Abriss der Geschichte der Bered­sam­keit’. A New Edition. In: Nietzsche-Studien. 21. 1992. S. 363-389.

Most, Glenn W.: Unsichtbare Fügung: Strukturalismus und Geschichtsdenken. In: Ge­schichts­bewusstsein und Rationalität: Zum Problem der Geschichtlichkeit in der Theo­rie­bildung. Hrsg. von E. Rudolph und E. Stöve. Stuttgart 1982. S. 253-91.

Most, Glenn W.: Rhetorik und Hermeneutik: Zur Konstitution der Neuzeitlichkeit. In: Antike und Abendland. 30. 1984. S. 62-79.

Most, Glenn W.: Seming and Being: Sign and Metaphor in Aristotle. In: Creativity and the Imagination: Case Studies from the Classical Age to the Twentieth Century Studies in Science and Culture. Vol. 3. Ed. M. Amsler: Newark 1987. S. 11-33.

Most, Glenn W.; Fries, Thomas: Die Quellen von Nietzsches Rhetorik-Vorlesungen. In: Kopperschmidt, J.; Schanze, H.: Nietzsche oder «Die Sprache ist Rhetorik». München 1994. S. 17-38, 251-58.

Most, Glenn, W.: "Friedrich Nietzsche zwischen Philosophie und Philologie”. In: Ru­perto Carola. Forschungsmagazin der Universität Heidelberg. 2. 1994. S. 12-17.

Schrift, Alan D.: "Language, Metaphor, Rhetoric,” and "Perspectivism, Philology, Truth,”. In: Nietzsche and the Question of Interpretation. S. 123-43, 144-168.

Man, Paul de: "Rhetoric of Tropes (Nietzsche),” and "Rhetoric of Persuasion (Nietz­sche)”. In: Allegories of Reading. S. 103-131.

Cantor, Paul: "Friedrich Nietzsche: The Use and Abuse of Metaphor”. In: Miall, David S. (Hrsg.): Problems and Perspectives. S. 71-88.

Whitson, Steve; Poulakos, John: "Nietzsche and the Aesthetics of Rhetoric”. In: Quarterly Journal of Speech. 79 (1993). S. 131-45.

Hawhee, Debra: "Burke and Nietzsche.” In: Quarterly Journal of Speech 85 (1999). S. 129-45.

Kremer-Marietti, Angčle: Nietzsche et la rhétorique. Presses Universitaires de France. Paris 1992.

Most, Glenn W.; Fries, Thomas: Die Quellen von Nietzsches Rhetorik-Vorlesung. 1994. In: Nietzsche oder "Die Sprache ist Rhetorik”. Hrsg. von Josef Kopperschmidt u. Hel­mut Schanze. Fink (München) 1994. S. 251-258.

Porter, James I.: Nietzsche’s rethoric. Theory and strategy. In: Philosophy and rhetoric. University Park, Pa. 27. 1994. N. 3. S. 218-244.

Bornmann, Fritz: Zur Chronologie und zum Text der Aufzeichnungen von Nietzsches Rhe­torikvorlesungen. In: Nietzsche-Studien. Berlin u.a. 26. 1997. S. 491-500.

Dittberger, Hugo (1980): Tänzelnd und böse. Über Nietzsche. In: Literaturmagazin 12.

Nietzsche (Sonderband), Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 24-37.

[2] Http://www.gutenberg.aol.de/nietzsch/zara/als4002.htm.
Finke-Lecaudey, Geneviève: Poetische Verfahren der Wortbildung in ‘Also sprach Zarathustra’.
In: Cahiers d’études germaniques. Aix-en-Provence. 1992. N.23. S. 47-59.

[3] Http://www.gutenberg.aol.de/nietzsch/jenseits/jense009.htm.

[4] Http://www.phil.pku.edu.cn/resguide/nietzsch/morgenrt/morgen04.htm.

[5] Http://www.phil.pku.edu.cn/resguide/nietzsch/morgenrt/morgen04.htm.

[6] Http://www.gutenberg.aol.de/nietzsch/tragoedi/trago008.htm.

[7] de Man, Paul: Allegorien des Lesens. Frankfurt a. M. 1988. S. 129f.

[8] Kaulbach, Friedrich: Sprachen der ewigen Wiederkehr. Würzburg 1985. S. 11.

[9] Vgl. die entsprechenden Kapitel in "Jenseits von Gut und Böse”:

Zweites Hauptstück: "Der freie Geist”; 40. Abschnitt

Drittes Hauptstück: "Das religiöse Wesen”; 59. Abschnitt

Neuntes Hauptstück: "Was ist vornehm?”; 270., 278., 289. Abschnitt

[10] Vgl. "Jenseits von Gut und Böse”: Kapitel "Der freie Geist”, 40. Abschnitt

[11] ibidem

[12] Vgl. "Jenseits von Gut und Böse”: Kapitel "Der freie Geist”. 40. Abschnitt.

[13] Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Göttingen 1982. S. 7.

[14] In: Lutz-Bachmann, Matthias (Hrsg.): Über Friedrich Nietzsche. Eine Einführung in sei­ne Philosophie. Frankfurt a. M. 1985. S. 85.

[15] Nietzsche, Friedrich: Geburt der Tragödie. Stuttgart 1953. S. 54.

[16] www.mauthner-gesellschaft.de/mauthner/hist/niet2.html+nietzsche+metaphern&hl=de&ie=UTF-8

[17] Lersch, Philipp: Aufbau der Person. München 1968. S. 593.

[18] Wilczek, R: Nihilistische Lektüre des Zeitalters. Ernst Jüngers Nietzsche-Rezeption. Trier (Wissenschaftlicher Verlag Trier) 1999. S. 529-533.

Busch, Werner: "Klassizismus”. In: Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Heraus­ge­ge­ben von Gert Ueding. Band 4. Tübingen 1998. Sp. 1070 - 1081.

[19] Http://www.geocities.com/thenietzschechannel/btg3.htm.

Ottmann, Henning: Nietzsche heute. Bericht über die "Kritische Gesamtausgabe” von Nietz­sches Werken und Briefen. In: Zeitschrift für philosophische Forschung Jg. 36. H 4. 1982. S. 626-635.

Ottmann, Henning: Nietzsches Stellung zur antiken und modernen Aufklärung. In: Nietz­­sche und die philosophische Tradition Bd. II. J. Simon (Hrsg.). Würzburg 1985. S. 9-35.

Ottmann, Henning: Nietzsches politische Philosophie. Versuche in postmoderner Poli­tik. In: Friedrich Nietzsche. Willen zur Macht und Mythen des Narziß. W. Gebhard (Hrsg.). Frankfurt a. M. 1988. S. 107-119.

[20] http://www.mala.bc.ca/~johnstoi/Nietzsche/zurgenealogie_vorrede.htm.

[21] Vgl.: Hughes, Frank W.: Http://rhetjournal.uor.edu/Hughes.html

[22] René Heinen, Nietzsches Vorlesungen

http://www.gradnet.de/pomo2.archives/pomo99.papers/Heinen99.htm.

[23] Vgl.: F. Nietzsche, Morgenröthe. Gedanken über die moralischen Vorurtheile. Vorrede. 3. KSA Bd. 3. S. 13.

[24] Simmel, Georg: Artikel Friedrich Nietzsche. Eine moralphilosophische Silhouette. In: Zeit­schrift für Philosophie und philosophische Kritik. Neue Folge. 107. Bd. Heft 2. 1896. S. 202-215.

[25] Crescenzi, Luca: Nietzsche, August Wilhelm Schlegel und die Spuren Lessings: Die Ex­zerpte aus den Vorlesungen ber dramatische Kunst und Literatur. In: Nietzsche-Stu­dien: Internationales Jahrbuch fr die Nietzsche-Forschung. Berlin 1991. 20. S. 385-92.

Pannwitz, Rudolf: Was ich Nietzsche und George danke. In: Castrum-Peregrini. Ams­ter­dam, Netherlands (CPe). 1989. 38. S. 189-190, 50-100.

Farulli, Luca: Nietzsche und die Renaissance: Die Reflexion über ‘Grenze’ und ‘Grenz­berschreitung. In: Buck, August (Hrsg.): Renaissance und Renaissancismus von Jacob Burckhardt bis Thomas Mann. Tbingen 1990. S. 54-70.

Müller-Farguell, Roger: Zerbrechende Harte: Überlegungen zu Nietzsches Bildbrüchen. In: Etudes-de-Lettres, Lausanne-Dorigny, Switzerland (EdL). 1990 July-Sept. 3. S. 59-69.

Hillesheim, Jurgen: Die Welt als Artefakt: Zur Bedeutung von Nietzsches "Der Fall Wag­ner im Werk Thomas Manns. Frankfurt 1989.

Gebhard, Walter: Vom Ende des Wissenswillens: Wahrheitsdestruktive Parallelen zwi­schen dem philosophischen und literarischen Diskurs der Postmodernen und Nietz­sches Perspektivismus. In: Neohelicon. Acta comparationis litterarum universarum. Ams­terdam 1989. 16. 1. S. 45-86.

Kampits, Peter: Der Sprachkritiker Fritz Mauthner: Vorlufer der ordinary-language-theory oder Nachfolger Nietzsches? In: Modern-Austrian-Literature. San Bernardino, CA (MAL). 1990. 23:2. S. 23-39.

Duhamel, Roland: Interpretationen und Interpretationsmethoden: Rilkes Gedicht Ar­cha­ischer Torso Apollos. In: Zeitschrift fr Germanistik. Bern 1990. Feb. 11 .1. S. 21-25.

Riedel, Manfred: Die wundersame Doppelnatur der Philosophie: Nietzsches Bestimmung der ursprunglich griechischen Denkerfahrung. In: Nietzsche-Studien. Internationales Jahrbuch fr die Nietzsche-Forschung. Berlin 1990. S. 1-19.

Reichel, Norbert: Der Philosoph des Handelns und der Reiz der Bösen: Das Motiv des Antichristen bei Renan und Nietzsche. In: Arcadia. Zeitschrift für Vergleichende Literaturwissenschaft. Berlin 1989. 24 1. S. 25-52.

Seifert, Walter: Der Ich-Zerfall und seine Kompensationen bei Nietzsche und Rilke. In: Pfister, Manfred (Hrsg.): Die Modernisierung des Ich: Studien zur Subjektkonstitution in der Vor- und Frühmoderne. Passau 1989. S. 229-239.

[26] Müller-Farguell, Roger: Zerbrechende Harte: Überlegungen zu Nietzsches Bildbrüchen. In: Etudes-de-Lettres, Lausanne-Dorigny, Switzerland (EdL). 1990 July-Sept. 3. S. 59-69.

Kampits, Peter: Der Sprachkritiker Fritz Mauthner: Vorläufer der ordinary-language-theory oder Nachfolger Nietzsches? In: Modern-Austrian-Literature, San Bernardino, CA (MAL). 1990. 23:2. S. 23-39

Riedel, Manfred: Die ‘wundersame Doppelnatur’ der Philosophie: Nietzsches Be­stim­mung der ursprünglich griechischen Denkerfahrung. In: Nietzsche-Studien. Inter­na­tio­na­les Jahrbuch für die Nietzsche-Forschung. Berlin 1990. S. 1-19

Reichel, Norbert: Der Philosoph des Handelns und der Reiz der Bösen: Das Motiv des Antichristen bei Renan und Nietzsche. In: Arcadia. Zeitschrift für Vergleichende Lite­ra­tur­wissenschaft. Berlin 1989. 24:1. S. 25-52

Seifert, Walter: Der Ich-Zerfall und seine Kompensationen bei Nietzsche und Rilke. In: Pfister-Manfred (ed.). Die Modernisierung des Ich: Studien zur Subjektkonstitution in der Vor- und Fruhmoderne. Passau 1989. S. 229-239.

[27] http://thenietzschechannel.fws1.com/nach18.htm.

 
 
CopyrightIFG
Aktualisierung dieser Seite: