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Stefan Schwan

Wrocław

Wat zijn wel Partikels?

Ein kontrastiver Vergleich zum Gebrauch der Partikeln im Deutschen und im Niederländischen unter besonderer Berücksichtigung von wel und wohl

1. Vorbemerkungen

Das Thema Partikeln ist historisch betrachtet ein noch relativ junges Feld in der Linguistik. Die ersten tiefergehenden Untersuchungen zu den Partikeln wurden erst gegen Ende der sechziger Jahre vornehmlich von dem Berliner Linguisten Harald Weydt durchgeführt. Von einer regel­rechten Partikelforschung kann man eigent­lich erst seit dem Ende der siebziger Jahre sprechen, die seitdem zahlreiche Fach­kongresse sowohl in Deutschland als auch im Ausland zur Folge hatte. In den Deutschlehrbüchern für Aus­länder blieben die Partikeln bis dahin meist uner­wähnt. Auch im modernen Fremdsprachenunterricht sind die Par­tikeln immer noch ein Randbereich. So kommen Partikeln in Dialogen zwar vor, werden aber selten ex­plizit geübt. Dies ist insofern gerechtfertigt, als daß man sich als Ausländer durch­aus auch ohne Partikeln gut verständigen kann. Aber gerade in der gespro­chenen Sprache spielen Partikel (rein statistisch) eine wichtige Rolle. So ermittelte Rudolph [1] einen Partikelanteil von 14,1% in der gesprochenen deutschen Sprache. Daß dieser Anteil in der Schriftsprache nur bei 2,2% liegt, zeigt dagegen, daß ihr Gebrach offensichtlich nicht essentiell für die Verständigung ist.

Darüber hinaus scheint es im Fremdsprachenunterricht er­hebliche Probleme bei der Vermittelbarkeit der Bedeutung von Partikeln zu geben. So zeichnen sich das Deutsche wie das Niederländische z.B. im Vergleich zum Englischen oder Polni­schen durch einen enormen Reichtum an Partikeln aus. In den meisten slawischen Sprachen läßt sich gar überhaupt keine adäquate Übersetzung für bestimmte Parti­keln finden. Hinzu kommen weitere Probleme, die die Lern- und Vermittelbarkeit von Partikeln erheblich ein­schränken und im nachfolgenden Vergleich z.T. näher er­örtert werden sollen. Selbst bei relativ nah verwandten Sprachen wie dem Nieder­ländischen und dem Deutschen tauchen immer wieder Probleme bei der Ver­wen­dung von Partikeln auf. Hier liegen die Schwierigkeiten jedoch eher in der unter­schied­lichen Verwendung phonetisch ähnlich klingender Par­tikeln (z.B. wel und wohl).

2. Was sind Partikeln?

Zu den Partikeln gehören u.a. Wörter wie aber, auch, bloß, denn, doch, eben, ei­gent­lich, einfach, etwa, erst, ja, mal, nur, ruhig, schon und wohl. Niederländische Entsprechungen sind z.B. ook, zelfs, juist, maar, alleen, slechts, al, reeds, nog, pas, eerst und wel. Diesen Wörtern ist gemein, daß sie allesamt unflektierbar sind. Da­mit ist eine negative Defini­tion gegeben, die Partikeln morphologisch beschreibt und lediglich besagt, was Partikeln nicht sind (nämlich nicht flektierbar). Die Män­gel einer solchen Definition liegen auf der Hand. Ihr größter Nachteil besteht da­rin, daß sie nur in einigen Sprachen Gültigkeit hat. So müßte das englische the auf Grund seiner Unflektierbarkeit zu den Partikeln gerechnet werden. Auch das nie­derländische de wird in der Alltagssprache unflektiert verwendet und wäre dem­nach eine Partikel. Da de in der ,,Hochsprache? aber noch flektiert wird, ge­hört es ebensowenig wie the zu den Par­tikeln. Das Kriterium ?unflektierbar? genügt somit offensichtlich der Beschreibung von Partikeln nicht. Darüber hinaus gibt es Spra­chen, wie Chinesisch, auf die diese Definition überhaupt keine An­wen­dung finden kann. Trotzdem gibt es im Chinesischen partikelähnliche Phänomene.

Harald Weydt versucht die Partikeln auf andere Art und Weise einzugrenzen. Er unterscheidet vier unterschiedliche Wortbedeutungen: a) kategorematische (lexi­ka­lische) Be­deutung, b) deiktische Bedeutung, c) Wortartbedeutung, d) synkate­gore­matisch Bedeutung. Ausgehend von dieser Unter­scheidung sind Partikeln ,,Wörter, die weder eine Wortarten- noch eine lexikalische oder deiktische Bedeutung auf­weisen und ihre Bedeutung nur im Zusammenhang mit anderen Wort­arten entfal­ten: Die Synsemantika oder Synkategorematika im klassischen Sinne.? [2] Damit wären Partikel Wörter, die erst durch den Kontext Bedeutung bekommen und keine Wortarten-bedeutung haben. Eine ähnliche Eingrenzung der Partikel, die das Problem allerdings von einer anderen Seite angeht, findet sich auch in der nieder­ländischen Literatur bei Ad Foolen. Er versteht unter Partikeln alle Wörter, die nicht unmittelbar zur Proposition eines Satzes beitragen und somit keine eigene Bedeutung haben (niet-propositionele betekenis). [3] Von diesen noch immer recht groben Definitionen von Partikeln ausgehend lassen sich die Partikel weiter ein­grenzen und in Untergruppen einteilen.

Zunächst seien einige recht umstrittene Partikelklassen genannt und umschrieben. So zählt Weydt auch die Konjunk­tionen und Präpositionen zu den Partikeln [4] , wäh­rend die Duden-Grammatik von 1995 diese ausdrücklich ausklammert. Inter­jektio­nen, die so gut wie nur in der gesprochenen Sprache vorkommen, werden von Foolen zu den Partikeln gezählt. Foolen ordnet den Interjektionen Gefühlsäußerun­gen wie niederländisch au, goh, nee he zu. Interjektionen sind bei ihm z.T. aber auch Glie­derungssignale wie deutsch ehm, ja, nun bzw. im Nieder­ländischen nou, ja, wel usw.

Übergreifend kann man trotzdem definieren, daß Partikel immer in der ein oder anderen Weise die Haltung oder Einstellung des Sprechers gegenüber dem Gesag­tem modifi­zieren bzw. der Sprecher bestimmte Konzessionen an die Situation des Zuhörers macht. Der Sprecher macht die eigent­liche Aussage für den Zuhörer deut­licher oder gerade un­deutlicher, je nach Intention. Das heißt, er fügt ihr eine subjektive zum Teil gefühlsabhängige Komponente bei. So wird mit den Abtö­nungs­partikeln die Haltung des Sprechers gegenüber dem Inhalt modifiziert, indem die Aussage abge­schwächt oder verstärkt wird. Durch Konjunktionen und Präpo­sitionen verdeutlicht der Sprecher das Verhältnis zwischen zwei Sachverhalten und modifiziert durch die subjektive Verknüpfung von Sachverhalten seine Haltung. Die zwei Aus­sagen.

       (1)        Er stahl. Er hat Familie.

können auf ganz unterschiedliche subjektive Art und Weise miteinander verknüpft werden zu

       (1a)      Er stahl, weil er Familie hatte.

       (1b)      Er stahl, obwohl er Familie hatte

       (1c)      Er stahl durch (den Einfluß) seine(r) Familie.

       etc.

Gliederungssignale wie ehm, ja, nun würde ich demnach auch zu den Partikeln zählen, da sie die subjektiven Gefühle des Sprechers zum Ausdruck bringen und unter Umständen sogar etwas über das Verhältnis des Sprechers zum Inhalt aus­sagen, z.B., daß der Inhalt ihm peinlich ist oder er sich seiner Aussage nicht sicher ist. Diese kann auch der Gebrauch von Abtönungspartikeln zum Ausdruck bringen. Ich rechne nicht die Interjektionen aua, ächtz und der­gleichen zu den Partikeln, da sie meiner Meinung nach sogar eine eindeutig lexikalische bzw. kategorematische Bedeutung haben.

Damit ist der hier verwendete Partikelbegriff noch immer relativ weit gefaßt. Dies erscheint mir in diesem Vergleich allerdings vorteilhaft, da Partikeln wie wohl ein äußerst breites Verwendungsspektrum haben, das z.T. sogar bis zur kon­junktionsähnlichen Verwendung reicht. Ich gehe allerdings davon aus, daß die größten Schwierigkeiten in Bezug auf Partikel beim Fremdsprachenerwerb nicht grundsätzlich mit den unflektierbaren Wort­arten und Synkategorematika zusam­menhängen, sondern vor allem bei den Partikeln im engeren Sinne auftauchen. In diesem engeren Sinne verstehe ich unter Partikeln die Wortarten, die im allgemei­nen mit den Begriffen Abtönungs­partikeln, Fokuspartikeln, Skalapartikeln, Modal­partikeln, Gradpartikeln, Intensivpartikeln usw. umschrieben werden. Eine genauere Unterscheidung zwischen diesen Klassen nehme ich an dieser Stelle allerdings nicht vor. Dies erscheint mir an dieser Stelle auch nicht sinnvoll. Warum, möchte ich kurz an einem Beispiel verdeutlichen.

 

       (2)        Sie wird wohl zwanzig sein.

Wohl wird in diesem Kontext, je nach Autor, als Gradpartikel, Modalwort, Fokus­partikel oder Abtönungspartikel verstanden, und das, ohne daß sich die Betonung oder die Aussage des Satzes ändert. Wohl läßt sich in diesem Satz durchaus durch bereits, gerade, wahrscheinlich, ungefähr usw. ersetzen. Diese Wörter entstammen alle unterschiedlichen Partikelklassen. Ich behaupte, daß ein Sprecher, wenn er diesen Satz sagt, alle diese Bedeutungen im Hinterkopf haben kann und nicht nur eine von ihnen. Nicht umsonst wird man zwischen (2) und

       (2a)      Sie wird wohl wahrscheinlich gerade ungefähr zwanzig sein.

inhaltlich keinen großen Unterschied sehen, außer daß (2a) unnötig mit Partikeln überfrachtet ist und umständlich wirkt. Damit ist nicht gesagt, daß (2a) nicht gra­duierende, abtönende oder modale Elemente enthält. Sie lassen sich sogar relativ gut an den einzelnen Partikeln fest machen. Ich behaupte aber, daß diese auch schon in (2) enthalten sind und sich hier nicht eindeutig trennen lassen. Gerade bei einem Partikel wie wel, der im Niederländischen ein enormes Bedeutungsspektrum hat, halte ich es für wahrscheinlich, daß sich mehrere Funktionen überlagern und nicht mehr ein­deutig trennbar sind. Die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Klassen sind in der Partikelforschung auch dement­sprechend vage. Darüber hinaus spielen andere Faktoren, wie z.B. der Gebrauch des Futurs in (2) auch noch eine ent­schei­den­de Rolle für die abtönende Wirkung. Der gleiche Satz im Präsenz hat weit weniger abtönende Wirkung. Demnach erzeugt nicht alleine wohl die jewei­lige Wirkung, sondern auch der Gebrauch (oder nicht- Gebrauch) des Futurs. Am niederländi­schen wel wird noch deutlicher werden, daß der abtönende, modale oder auch gra­duierende Charakter einer Partikel fast ausschließlich vom Kontext abhängig, und dabei heißt Kontext bereits, ob die Partikel in einer Frage, einem Befehl oder einer normalen Aussage steht und welche Zeit verwendet wird. Um der Eingangsfest­stel­lung gerecht zu werden, daß Partikeln eine bestimmte Haltung des Sprechers zum Ausdruck bringen, versuche ich eine Beschreibung der Partikel wohl bzw. wel we­niger anhand der strikten Abgrenzung von Partikelklassen, son­dern rücke die im je­weiligen Kontext zum Ausdruck gebrachte Haltung des Spre­chers in den Vordergrund.

3. Zum kontrastiven Vergleich

Über die Partikel wel liegen bis jetzt nur relativ wenige kontrastive Unter­suchun­gen vor. Dies ist um so erstaunlicher, als daß wel die größten Diskrepanzen mit der deutschen Übersetzung aufweist. Die Liste der Übersetzungsvarianten von wel im Niederländisch-Deutsch-Großwörterbuch von Van Dale [5] ist, verglichen mit ande­ren Partikeln, die mit Abstand längste und ausführlichste.

Meinen Korpus mit Beispielsätzen habe ich vor allem in Anlehnung an West­heide, Abraham und die in den Van Dale-­Wörterbüchern NL-D und D-NL ange­führten Übersetzungen zusammengestellt. Originalsätze und insbesondere Über­set­zungen wurden von mir teilweise verändert, da ich mich mit einem Teil der Übersetzungen nicht einverstanden erklären kann. So sind bei Abraham zahlreiche Sätze, die im Niederländischen im Futur stehen mit dem Präsens übersetzt, ohne dabei zu berücksichtigen, daß sich dadurch auch die Funktion der Partikel oder der Inhalt des Originalsatzes ändern können

Darüber hinaus findet der Kontext, in dem sowohl der Orginalsatz als auch die Übersetzung verwendet wird, noch immer viel zu wenig Beachtung. So kann wel im Deutschen häufig durch mehrere Partikel übersetzt werden, ohne daß sich die Betonung oder Wortreihenfolge des Satzes ändern müssen. Das läßt auf eine hohe Kontextabhängigkeit des Gebrauchs der unterschiedlichen Partikel schließen, bzw. auf Kontextunterschiede, die mit niederländisch wel nicht extra markiert werden.

Eine erste Annäherung an den kontrastiven Vergleich zwischen Partikeln ver­schie­dener Sprachen kann die rein quantitative Analyse eröffnen. Zu einigen nie­der­ländischen und deutschen Partikeln hat Henning Westheide einen solchen quan­ti­tativen Vergleich (von mir teilweise verändert) durch­geführt. [6] Bereits hier wird die unterschiedliche Bedeutung von wel und wohl deutlich:

 

eens    58                                                  mal             47

wel      47                                                  noch           46

maar   45                                                  schon         37

nog      41                                                  bitte            21

al        23                                                  nur/bloß      20

even    15                                                  doch           15

toch     12                                                  auch           13

ook      10                                                  denn             9

nu       10                                                  wohl             8

nou       6                                                  so                7

weer     6                                                  wieder          6

                                                                aber             4

 

       Phonetisch-phonologische und semantische Äquivalenz

                   Nur semantische Äquivalenz

Abb. 1: Quantitativer Vergleich der Verwendung von Partikeln im Deutschen und im Niederländischen (nach Westheide 1986)

Während bei den meisten semantisch und phonologisch äqui­valenten Partikeln auch eine relative Kongruenz in der Häufigkeit ihres Gebrauchs besteht, fallen bei wel bzw. wohl große Diskrepanzen auf. Wel zählt im Nieder­ländischen zu den am häufigsten gebrauchten Partikeln, wohl hingegen ist im Deutschen relativ unbe­deu­tend. Dies muß noch nicht unbedingt heißen, daß wel und wohl auch unterschied­liche Funktionen in den beiden Sprachen erfüllen. Es ist durchaus denkbar, daß hier im Deutschen dem Gebrauch von wohl andere Partikel mit ähnlicher oder gleicher Funktion vorgezogen werden, die Verwendung von wohl aber nicht unbe­dingt falsch ist. Zum anderen ist aber auch eine völlig oder zumindest in Teilbe­reichen unterschiedliche Bedeutung der jeweiligen Partikel denkbar. Das heißt, der Satz bekäme durch die falsche Verwendung von wohl als direkte Übertragung von wel einen anderen Sinn oder würde gar sinnlos. Dieser Unterschied ist für den Er­werb der Partikeln durchaus wichtig. Besteht der Unter­schied nur in der Präfe­renz für eine bestimmte Partikel, so ist die wörtliche Übertragung von wel als wohl im Deutschen lediglich ungebräuchlich oder ungewöhnlich, jedoch nicht falsch oder unmöglich. Denkbar ist z.B., daß es im Deutschen wie im Niederlän­di­schen drei oder vier verschiedene Partikeln mit ähnlicher oder gleicher Verwendungsweise gibt, die sich nur in ihrer quantitativen Verwendungsweise im Deutschen und Nie­derländischen unter­scheiden. Bestehen jedoch tatsächlich Bedeutungsunter­schiede, so wird die direkte Übertragung von wel zu wohl im Deutschen auch automatisch grammati­ka­lisch falsch. Dies würde die Lernbarkeit der Partikel erheblich er­schwe­ren. Man be­trachte hierzu die Partikel wel in einigen unter­schiedlichen Verwen­dungsweisen:

       (3)        Dat lukt me wel.

       (3a)      Das schaffe ich schon.

 

       (4)        Hij zal wel niet meer komen.

       (4a)      Er wird wohl nicht mehr kommen.

 

       (5)        Wat denkt u wel!

       (5a)      Was glauben Sie denn!

 

       (6)        Ik geloof van wel.

       (6a)      Ich glaube schon.

 

       (7)        Hij is wel rijk maar niet gelukkig.

       (7a)      Er ist zwar reich aber nicht glücklich.

 

       (8)        Dat kost wel 100 gulden.

       (8a)      Das kostet gut 100 Gulden.

       (9)        Dat was me het dagje wel.

       (9a)      Das war vielleicht ein Tag!

 

       (10)      Het was wel aardig.

       (l0a)     Es war ganz nett.

 

       (11)      Je zult wel denken, dat dat niet juist is.

       (11a)    Du denkst wahrscheinlich, daß das nicht richtig ist.

 

       (12)      Ik krijg je nog wel!

       (12a)    Ich kriege dich noch!

An diesen Beispielen ist bereits ersichtlich, daß wel mit einer Vielzahl von Partikeln ins Deutsche übersetzt werden kann, zum Teil sogar durch andere Partikeln übersetzt werden muß. Außerdem scheint es Fälle zu geben, in denen im Niederländischen wel gebraucht wird, im Deutschen aber über­haupt keine Partikel. Es scheint deshalb sinnvoll, einige der Beispielsätze genauer auf ihre Unterschiede zum Deutschen zu untersuchen.

4. Unbetontes wel:

Durch die betonte Verwendung von wel ergibt sich oft eine andere Bedeutung und syntaktische Funktion und bedingt dadurch eine andere deutsche Übersetzung. Ich behandele deshalb zunächst die unbetonten Varianten.

       4.1. welschon

Sehr häufig wird wel mit schon ins Deutsche übersetzt.

       (13)      Dat lukt me wel.

       (13a)    Das schaffe ich schon.

 

       (14)      Maak je maar geen zorgen, hij redt zich wel.

       (14a)    Mach dir mal keine Sorgen, er weiß sich schon zu helfen.

 

       (15)      Ik vind de weg wel.

       (15a)    Ich finde den Weg schon.

 

       (16)      Het gaat wel.

       (16a)    Es geht schon.

 

       (17)      Wij vermaaken ons wel.

       (17a)    Wir amüsieren uns schon.

 

       (18)      Ik zorg wel voor de hond.

       (18a)    Ich kümmere mich schon um den Hund.

 

       (19)      Och, die vakantie is me wel bevallen.

       (19a)    Ach, (aber) der Urlaub hat mir schon gefallen.

In diesen Sätzen soll schon bzw. wel den Zuhörer offen­sichtlich beruhigen, ihm etwas versichern oder ein Ver­sprechen bekräftigen, was letztendlich auch der Be­ruhigung des Hörers dient. Auch im Beispiel (19a) ist dieses be­schwichtigende Element enthalten, wenn auch nicht so offensichtlich. Vorstellbar ist jedoch ein Kontext, in dem der Sprecher erst erzählt, was im Urlaub alles schief gegangen ist, dann aber, nach Beendigung seiner Erzählung, Satz (19a) beschwichtigend hinzu­fügt. Den bisher gegebenen Umschreibungen versichern, beruhigen, versprechen usw. ist allen gemein, daß sie VERTRAUEN aufbauen bzw. signali­sieren. Der Sprecher signalisiert dem Zuhörer, daß er die vom Sprecher gemachte Aussage nicht in Zweifel zu ziehen braucht, indem er ihn durch die Verwendung von schon beruhigt, ihm etwas versichert usw. So würde auch (19a) ohne schon nach einer Schil­derung der Missgeschicke, die im Urlaub passiert sind, nicht glaubwürdig klin­gen. Durch die Verwendung von schon gewinnt er aber eben diese Glaub­würdigkeit. Allen Sätzen ist gemein, daß man den Satz ?Mach dir mal keine Sor­gen? vorausschicken könnte, um die durch schon signalisierte Glaubwürdigkeit der Aussage weiter zu unterstreichen.

       4.2. welzwar

Die gegenteilige Wirkung von schon wird durch die zwar erzielt. Es ist fraglich, ob zwar überhaupt zu den Partikeln zu rechnen ist. [7] Warum ich es trotzdem hier behandle, wird schnell aus dem Vergleich mit wel deutlich. Zwar signalisiert, daß man der gemachten Aussage nicht vertrauen kann, sondern daß sie noch in der ein oder anderen Form eingeschränkt wird. Zwar ist für den Zuhörer also ein Signal, daß nach der durch den Sprecher gemachten Aussage noch eine EINSCHRÄN­KUNG der Aus­sage erfolgt bzw. diese beinhaltet. Deshalb folgt dem zwar auch fast immer ein obligatorisches aber oder doch/jedoch. Wel signalisiert diese Ein­schrän­kung im Niederländischen, wie bereits in 4.1. gezeigt, nicht zwin­gen­­der­maßen. Nach wel in einem Kontext mit einschränkender Funktion ist jedoch auch im Niederländischen maar obligatorisch. Wie im Deutschen erfolgt die Signa­­li­­sierung der Einschränkung bereits durch die stärker ansteigende In­tonationslinie zum Satzende hin. Im Deutschen kann der Zuhörer jedoch bereits aus dem zwar alleine schließen, daß eine Einschränkung folgt. Dies kann man überprüfen, indem man den Satz bewußt unvollständig läßt. Diese Möglichkeit besteht im Niederlän­dischen faktisch nicht. Selbstverständlich kann wel in gleicher Funktion benutzt werden, doch ist dem Zuhörer die Möglichkeit genommen, eindeutig zu entschei­den, ob das wel einschränkende oder versichernde Bedeutung hat.

 (20)     Wij vermaken ons wel (maar je hebt veel te weinig bier vor het feest gekocht).

       (20a)    Wir amüsieren uns zwar, aber du hast viel zu wenig Bier für die Party gekauft.

       (2Gb)    Wir amüsieren uns zwar... naja, lassen wir das Thema.

 

       (21)      Het zal hem wel lukken (maar het word zeker even chaotisch als de laatste keer).

 (21a)   Er wird es zwar schaffen, aber es wird genauso chaotisch wie beim letzten Mal werden.

 

       (22)      Het gaat wel (maar ik was toch blij als je mij even zou kunnen helpen).

       (22a)    Es geht zwar, aber es wäre doch schön, wenn du mir helfen könntest.

 

 (23)     Ik zorg wel voor de Hond (maar eigenlijk hou ik niet erg van Honden).

       (23a)    Ich kümmere mich zwar um den Hund, aber eigentlich mag ich keine Hunde.

Auf diese Art und Weise wird zwar in den häufigsten Fällen gebraucht. Darüber hinaus kann zwar aber auch erst im Nachsatz auftauchen, dem dann natürlich kein aber mehr folgt. Zwar wird dann mit und zu und zwar verbunden. Auch im Nie­derländischen steht in diesen Sätzen das verknüpfende en in der Kombination en wel. Während man im Deutschen das und jedoch nicht weglassen kann, ist en im Niederländischen durchaus entbehrlich

 

       (24)      Ik heb veel Geld op mijn rekening staan, en wel twee ton .

       (24a)    Ich habe viel Geld auf meinem Konto, und zwar zweihundert­tausend Gulden.

 

       (25)      Hij kwam te laat, en wel een uur.

       (25a)    Er kam zu spät, und zwar eine Stunde.

 

       (26)      Hij logeert hier elk jaar, en wel drie weken.

       (26a)    Er ist jedes Jahr hier, und zwar drei Wochen.

Auch in diesen Sätzen hat zwar die Funktion, eine Ein­schränkung zu kenn­zeich­nen. Allerdings signalisiert in diesem Fall wel bzw. zwar nicht, daß eine Ein­schrän­kung im nächsten Satz folgt, sondern leitet die Einschränkung der zuvor ge­mach­ten Aussage ein. Das und ist übrigens im deutschen Satz obligatorisch, während en im Niederländischen fakultativ ist.

       4.3. welwohl

Die gleichen Sätze sind in allen Fällen durchaus auch mit wohl im Deutschen über­setzbar.

       (27)      Das werde ich wohl schaffen, aber eigentlich habe ich kaum noch Zeit.

 

       (28)      Es geht wohl, aber es wäre schön, wenn du mir hilfst.

 

       (29)      Ich kümmere mich wohl um den Hund, aber eigentlich mag ich keine Hunde.

 

       (30)      Ik heb veel geld op mijn rekening staan, wel twee ton .

 

       (31)      Ik heb wel twee ton op mijn rekening.

       (31a)    Ich hab wohl zweihunderttausend Gulden auf meinem Konto.

 

       (32)      Der Urlaub hat mir wohl gefallen, aber...

Die Sätze mit wohl klingen im deutschen ungebräuchlich, sind aber durchaus kor­rekt. Darüber hinaus fällt auf, daß wohl hier offensichtlich genauso wie zwar ver­wendet wird. Auch in diesen Sätzen wird die Aussage anscheinend einge­schränkt. Doch (31a) und andere Sätze widerlegen, daß wohl wie zwar verwendet wird. In den Sätzen mit schon aus 4.1. kann schon nämlich durchaus durch wohl ersetzt werden. Auch hier klingt die Version mit wohl gegenüber der mit schon meistens etwas antiquiert, ist aber bei den meisten Sätzen ohne weiteres möglich.

 

       (33)      Dat lukt me wel.

       (33a)    Das schaffe ich wohl.

       (34)      Ik vind de weg wel ook alleen.

       (34a)    Ich find' den Weg wohl auch alleine.

 

       (35)      Het gaat wel ook zonder je.

       (35a)    Es geht wohl auch ohne dich.

 

       (36)      Ik zorg wel voor de hond.

       (36a)    Ich kümmere mich wohl um den Hund.

 

       (37)      Och, die vakantie is me wel bevallen.

       (37a)    Ach, (aber) der Urlaub hat mir wohl gefallen.

In diesen Sätzen entsteht die in den Sätzen signalisierte Beruhigung maßgeblich durch den erweiterten Kontext. Welche Rolle hier der Kontext spielt, zeigen der Satz (38) und die verschiedenen Übersetzungen dazu.

 

       (38)      Dat zal hem wel lukken.

       (38a)    Das wird er schon schaffen.

       (38b)    Das wird er wohl schaffen.

       (38c)    Das wird er ja wohl schaffen.

       (38d)    Das wird er wohl schaffen, aber...

       (38e)    Das wird er wohl nur schaffen, wenn wir ihm helfen.

Während z.B. (38a) eindeutig beruhigenden Charakter hat, schwingt in (38c) ein etwas ungläubiger Unterton mit: Er hat schon mal etwas nicht geschafft, aber das wird er ja wohl hoffentlich jetzt wenigstens schaffen. Die Bedeutung der Über­setzung mit wohl scheint also sehr vom Kontext abhängig zu sein. Es ähnelt damit in seiner Verwendung dem niederländischen wel, das seine Bedeutung auch erst durch den Kontext entwickelt. Die phonetisch naheliegende Über­setzung von wel mit wohl steht also zwischen der mit schon und zwar. Wohl nimmt zwischen den beiden eine indifferente Position ein, denn wie das wohl nun interpretiert wird (mehr zum schon hin oder mehr zum zwar hin) hängt stark vom Kontext ab. Ich bezeichne die Funktion des unbetonten wohl als Signal für INDIFFERENZ.

       4.4. Vergleich der Übersetzungen von wel mit schon, zwar und wohl

Ich vermute, daß das Niederländische wel wie das deutsche wohl die ursprünglich in diesen Sätzen gebräuchlichere Form ist, die im Niederländischen beibehalten wur­de, aber im Deutschen mehr und mehr von schon und zwar abgelöst wird. Wohl drückt im Gegensatz zu schon und zwar eine indif­ferente Haltung des Sprechers gegenüber der Aussage aus, die man mit dem ergänzenden Satz ?aber ich weiß es eigentlich nicht genau, ich bin mir nicht sicher? um­schreiben kann. Das Deutsche hat durch die Verwendung von zwar oder schon die Möglichkeit, die bei wohl vor­lie­gende Indifferenz zu beheben. Damit wird wohl in diesem Satzzusammen­hang häufig überflüssig, da es keine weitere Differenzierung zwischen schon und zwar schafft, es sei denn, daß die Ungenauigkeit der Aussage vom Sprecher inten­diert ist. Daß durch zwar und schon eine genauere Differen­zierung im Deutschen vorge­nom­men wird, bestätigt auch die etymologischen Untersuchung. Nach Abraham [8] kommt schon vom althochdeutschen skôni und bedeutet etymologisch ,,van volto­oide, volmaakte gestalte? (vollendete Gestalt), im 13. Jahrhundert auch ?voll­stän­dig?. Dies läßt sich in diesem Zusammenhang dahingehend interpretieren, daß der Sprecher von seiner Aussage vollständig überzeugt ist. Zwar dagegen kommt vom ursprünglichen zuwahr [9] , was gerade die Einschränkung der ,,Wahrheit? enthält und z.B. im englischen mit true – but oder im Russischen durch pravda-no wieder­gegeben wird.

Nun kann man hiergegen einwenden, daß doch auch im Niederländischen al statt wel und damit also die eigent­liche Übersetzung für schon verwendet werden kann. In der Tat scheint dies in zahlreichen Fällen zu funktionieren, insbesondere in der Vergangenheit.

       (39)      Ik heb de weg al gevonden.

aber auch

       (40)      Je hoeft hem niet meer te helpen, het lukt hem al.

Die Übersetzung von schon mit al hat jedoch im Nieder­ländischen eine völlig an­dere Bedeutung, nämlich eine temporal-aspektuelle im Sinne des deutschen bereits. Es präzisiert einen Zeitpunkt oder eine Zeitdauer. Auch bei den deutschen Sätzen läßt sich das schon sehr häufig im Sinne von bereits temporal inter­pre­tieren, und auch im Deutschen wird, wenn man schon temporal versteht, etwas völ­lig anderes ausgesagt. Darüber hinaus schwingt diese zeitliche Begrenzung bei schon aber immer mit, im Gegen­satz zum niederländischen wel, das diese tempo­rale Kompo­nente nicht kennt. Will man im Niederländischen die tempo­rale und aspektuelle Komponente hervor heben, muß al benutzt werden:

       (41)      Wij vermaken ons al zonder jou, dus rot op.

       (41a)    Wir amüsieren uns schon/bereits ohne dich (also verschwinde).

Obwohl der deutsche Satz immer noch der gleiche ist wie unter 4.1., kann in die­sem Zusammenhang der Satz nicht mit wel rückübersetzt werden, da es hier essen­tiell auf die temporale Bedeutung der Partikel im Sinn von bereits an­kommt. Hier­gegen kann man einwenden, daß sowohl die niederländische Version mit al als auch die deutsche mit bereits häufig nicht richtig klingt.

       (42) *   Wij zullen ons al vermaken.

       (42a)*   Wir werden uns bereits amüsieren

 

       (43)*    Dat zal me al lukken.

       (43a)*   Das werde ich bereits schaffen.

Dies hängt damit zusammen, daß wir mit al, bereits und dem temporalen schon die zeitliche Abgeschlossenheit eines Zu­standes assoziieren. Die Verwendung des Futurs als zu­künftige und noch nicht einmal begonnene, geschweige denn abge­schlossene Zeit scheint uns deshalb widersinnig. Dies erklärt auch, warum es uns die Verwendung von al, bereits und temporalen schon in der Vergangenheit und meistens auch noch im Präsenz viel schlüssiger erscheint. Wird das Futur II ver­wendet, daß diese zeitliche Abgeschlossenheit bein­haltet, so ist die Verwendung von al, schon und bereits durchaus auch in der Zukunft möglich.

       (44)      Wir werden uns bereits/schon gut amüsiert haben, wenn ihr auf die Party kommt.

 

 (45)     Das werde ich bereits/schon geschafft haben, bevor ihr es über­haupt bemerkt habt.

Sogar der Satz

       (46)      Wir werden uns bereits gut amüsieren, bevňr ihr auf die Party kommt.

ist noch vorstellbar, obwohl er vom Zuhörer schon ein höheres Abstraktions­ver­mögen verlangt und wohl nur in Aus­nahmesituationen benutzt wird. Hier wird durch bevor und den Nachdruck darauf die Handlung zeitlich begrenzt. Während schon temporal verstanden werden kann, ist diese temporale Komponente im nie­derländischen wel nicht enthalten. Um diese temporale Komponente auszudrücken, muß im Niederländischen al verwendet werden. Wenn man mit diesem Vorwissen nochmals die Verwendung von wohl als Übersetzung von wel betrachtet, kommt man zu interessanten Ergebnissen. In Kontexten, in denen im Deutschen zwar ver­wen­det wird, kann zwar auch durch wohl ersetzt werden.

       (47)      Es geht wohl, aber es wäre schön, wenn du mir helfen könntest.

Dieser Satz klingt zwar altmodisch, aber nicht falsch. Dagegen kann man schon zwar in vielen Fällen durch wohl ersetzen (wie ich dies auch unter 4.3. getan ha­be), aber keinesfalls immer. Schon läßt sich nicht durch wohl ersetzen, wenn es aus­­schließlich temporale Bedeutung hat. Umgekehrt kann man schon auch keines­falls immer durch das temporale bereits ersetzen.

       (48a)*   Wir amüsieren uns wohl.

       (48b)    Wir amüsieren uns bereits/schon.

       (48c)    Wir amüsieren uns wohl seit fast zwei Stunden.

       (48d)    Das schaffe ich wohl/schon.

       (48e)*   Das schaffe ich bereits.

       (48f) Das schaffe ich bereits innerhalb von zwei Stunden.

Zwischen diesen Extremen findet man alle möglichen Ab­stufungen. Eine eindeu­ti­ge Trennung zwischen temporalem schon und der Abtönungspartikel schon läßt sich kaum voll­ziehen. Der Übergang ist fließend (was meine anfängliche These unter­stützt, daß die Trennung in Partikelklassen allenfalls Anhaltspunkte aber kei­ne Abgrenzungen schaffen kann). Mal überwiegt die temporale Bedeutung, mal die abtönende, mal kann der Sprecher beide Bedeutungen im­plizieren. Einige Sätze wie (48e) lassen sich aufgrund ihres Inhalts oder des Kontextes (bzw. fehlen­den Kontextes) beim besten Willen nicht temporal interpretieren. Bei anderen Sätzen wie bei (48f) liegt der Fokus des Sprechers durch den Kontext fast ausschließlich auf der temporalen Bedeutung.

Bei der Rückübersetzung der Sätze mit zwar ins Nieder­ländische liegt der Fall ein­facher als bei schon. In der Regel ist hier im Niederländischen nur die Ur­sprungs­version mit wel möglich. In Ausnahmefällen ist eventuell auch die Verwendung von weliswaar möglich. Weliswaar entspricht eigentlich am wört­lich­sten dem deutschen zwar. Auch in weliswaar steckt die Einschränkung der ?Wahr­heit? wie bei mhd. zuwahr oder englisch true-but. Aber Sätze mit weliswaar klin­gen im allgemeinen im Niederländischen sehr markiert und kommen im modernen Alltagsniederländisch so gut wie nicht vor. Wenn doch weliswaar statt wel benutzt wird, so folgt wie im Deutschen obligatorisch ein Nachsatz mit aber/maar.

       4.5. weldoch

Eine weitere Alternative, wel ins Deutsche zu übersetzen ist nach Abraham [10] durch doch gegeben.

       (49)      Denkt U er wel aan de hond te voeren?!

       (49a)    Sie denken doch daran den Hund zu füttern?!

 

       (50)      Let U er wel op, dat U het gas uitdoet?

       (50a)    Sie achten doch darauf, daß sie das Gas abdrehen?

In allen von Abraham angeführten Beispielen ist die Über­setzung ins Deutsche je­doch nicht völlig korrekt. Es fällt auf, daß Abraham bei allen Beispielen (wie auch in (49a) und (50a)) stillschweigend die Wortfolge in der Übersetzung umgestellt hat. Aus einer echten Entscheidungsfrage im Niederländischen hat er im Deut­schen der Satzstruktur nach einen Aussagesatz mit Frageintention gemacht. So müß­ten (49a) und (50a) richtiger heißen

 

       (49b)    Denken sie wohl daran den Hund zu füttern?

       (50b)    Achten sie wohl darauf, das Gas auszudrehen?

Allenfalls wäre in diesen Sätzen noch doch in Kombination wohl möglich aber niemals doch als alleinige Übersetzung für wel. (49a) und (50a) sind natürlich keine ?falschen? Übersetzungen für (49) und (50), sie geben das Original jedoch nur inhaltlich wieder, weshalb man zu der irrigen Annahme kommen könnte, man könne im entsprechenden Zusammenhang wel immer ohne weiteres mit doch übersetzen.

Andererseits ist die direkte Rückübersetzung der Deutschen Sätze (49a) und (50a) ins Niederländische auch nicht mit wel, sondern nur mit toch möglich oder allerhöchstens mit toch wel. Bezeichnender Weise umschreibt Abraham die ?Übersetzungsmöglichkeit? von wel mit doch dadurch, daß man bei diesen Sätzen immer ungeschrieben dahinter stehe ?U denkt er toch om, of niet?? – statt richtiger: ?Denkt u er wel om??

       (49c)*   U denkt er wel aan de hond te voeren?!

       (49d)    U denkt er toch (wel) aan de hond te voeren?!

       (50c)*   U let er wel op, dat u het gas uitdoet?

       (50d)    U let er toch (wel) op, dat U het gas uitdoet?

Es besteht also in diesem Fall überhaupt kein Unterschied zwischen dem Gebrauch von toch / wel und doch / wohl im Niederländischen und im Deutschen. Da, wo im Deutschen doch steht, wird im Niederländischen toch übersetzt, wohl dagegen kann (in der direkten Übersetzung) nicht mit toch übersetzt werden, sondern wird mit wel übersetzt. Voraus­setzung ist natürlich, daß der Satzbau gleich bleibt. Trotzdem lohnt es sich, die Übersetzung von wel mit doch noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Hierzu komme ich im nächsten Abschnitt nochmals auf doch zurück.

5. Betontes wel

Einige der nachfolgend beschriebenen Partikeln genügen nicht einer strengen Par­ti­kel­definition. Trotzdem behandele ich sie an dieser Stelle, da sich ihr pragma­ti­scher Gehalt gut mit den zuvor beschriebenen unbetonten Varianten korrelieren läßt.

       5.1. welwohl

Die Übersetzung von wel mit wohl habe ich im Kapitel 4.3. als Signal für Indiffe­renz umschrieben. Man betrachte im Vergleich dazu die folgenden Sätze bzw. Dia­lo­ge, in denen wel bzw. wohl betont werden.

       (51)      Hij was wčl thuis. (51a) Er war wňhl zuhause.

 

       (52)      A: Dat haal je toch nooit.

                   B : Het lukt me wčl!

       (52a)    A: Das schaffst du niemals.

                               B: Das schaffe ich wòhl!

 

       (53)      Zij je niet, dat je dit boek niet boeit? Ik vind het wčl interessant.

 (53a)   Hattest du nicht gesagt, daß das Buch nicht spannend ist? Ich finde es wňhl interessant.

 

       54)       A: Dit is heelemaal geen discussiepunt.

                   B: Is het wč1!/Jŕwel.

       (54a)    A: Das ist überhaupt kein Diskussionspunkt / nicht wert, darüber zu diskutieren.

                   B: Ist es wňhl!

Das betonte wč1 wie die deutsche Übersetzung mit wňhl scheint die genau gegen­teilige Funktion des unbetonten wohl zu haben. Es signalisiert, daß der Sprecher mit einer vorherigen Aussage des Zuhörers nicht einverstanden ist, also Wider­spruch. Ich möchte die Funktion des betonten wňhl analog zur Indifferenz des unbetonten wohl mit DIFFERENZ bezeichnen. Es kennzeichnet die Verschie­den­heit der Meinungen von Sprecher und Zuhörer. Untersucht man diese Beispiele nun genauer, so stellt man fest, daß sowohl im Niederländischen als auch im Deutschen wčl und wňhl nur als Widerspruch zu einer vorherigen expliziten Negation ver­wendet werden können. Man vergleiche dazu die folgenden Sätze:

       (55)      A: Deze hond is onuitstaanbaar.

                   B: Jáwel / *Is hij wčl!

       (55a)    A: Dieser Hund ist unausstehlich.

                   B: Das ist wohl wahr. / *Ist er wňhl!

       = Negativ, aber keine Negation!

 

       (56)      A: Deze hond is niet uittestaan.

                   B: Is hij wčl!

       (56a)    A: Dieser Hund ist nicht auszustehen.

                   B: Ist er wňhl!

       = Negation mit nicht/kein

Was des weiteren auffällt ist, daß in (55) wčl durchaus als jŕwel im Widerspruch auftauchen kann, sofern die Betonung nicht auf wčl bei jŕwel liegt. Ich möcht hier jedoch nicht näher auf diese Variationen von wel in jawel, welles usw. eingehen.

 

       5.2. wel doch?

Stattdessen möchte ich an dieser Stelle nochmals auf die Partikel doch zurück­kommen. In allen Fällen, in denen im Deutschen das betonte wňhl steht, kann man auch dňch ver­wenden. Andererseits kann man in den niederländischen Orginal­sätzen aber wčl nicht durch tňch ersetzen. Hier besteht also keine Äquivalenz zwi­schen dňch und tňch, wie beim unbetonten doch / wohl im Abschnitt 4.5.

       (57)      A: Peter was vandaag nog niet thuis.

                   B: Was hij wčl!

       (57a)    A: Peter war heute noch nicht zuhause.

                   B: Wňhl! / Dňch!

 

       (58)                  A: Hans mag jou niet.

                   B: Hij mag mij wčl.

       (58a)    A: Hans mag dich nicht.

                   B: Er mag mich dňch / wňhl.

Offensichtlich kann in allen Sätzen, in denen betontes wčl mit wňhl übersetzt wird, auch dňch in der Übersetzung benutzt werden. Tatsächlich ist es sogar so, daß hier doch viel häufiger im Deutschen gebraucht wird als wňhl, das an dieser Stelle schon etwas veraltet klingt. Es macht aller­dings keinen inhaltlichen Unterschied, ob an dieser Stelle dňch oder wňhl benutzt wird. In den unbetonten Sätzen des Abschnitts 4.5. bestand dagegen sowohl im Niederländischen als auch im Deut­schen sehr wohl ein Unterschied zwischen doch bzw. toch und wohl bzw. wel. Sie waren in beiden Sprachen nicht beliebig ohne Veränderung der Aussage aus­tausch­bar. Wie kommt es dann, daß wohl im Deutschen in der betonten Form durch doch ersetzt werden kann, im Niederländischen wel aber nicht durch toch? Ohne hier weiter die unterschied­lichen Verwendungsweisen und Funktionen von doch näher zu untersuchen oder zu erklären, möchte ich auf eine Unter­suchung von Hentschel zur Partikel doch zurückgreifen, die zu dem Schluß kommt: ,,Doch drückt einen Widerspruch zwischen zwei Bezugspunkten aus. Zumindest einer von beiden wird dabei als dem Hörer bekannt vorausgesetzt.? [11] Damit scheinen das betonte wňhl als Signal für Differenz und dňch als Marker für Widerspruch in ihrer Funktion sehr dicht beieinander zu liegen, was die Synonyme Verwendung im Deutschen erklären könnte. Das unbetonte wohl dagegen signalisiert Indiffe­renz, während das unbetonte doch in der Regel ebenfalls den Widerspruch be­inhaltet. Damit ist deutlich, daß das unbetonte wohl nicht durch doch ersetzt wer­den kann. Im Niederländischen scheint eine eingeschränktere Verwendungs­weise von toch, dem niederländischen phonetisch-semantischen Äquivalent zu doch, zu bestehen. Toch wird im Niederländischen meistens im Sinne von trotz­dem verwendet. Auch wenn trotzdem in seiner Funktion relativ dicht beim betonten wňhl liegt, wird man doch einen Unterschied feststellen, der sich unter anderem darin äußert, daß es (genauso wenig wie niederländisch toch) in den obigen Sätzen verwendet werden kann. Obwohl ich zuvor behauptet habe, daß wohl und doch, wenn sie betont werden, im Deutschen synonym verwendet werden, möchte ich diese Aussage auf Grund eines persönlichen Eindrucks etwas ein­schränken. Ich habe das Gefühl, daß doch in diesen Sätzen viel häufiger im Deutschen verwendet wird, als wohl, vor allem in Sätzen, die das Erstaunen des Sprechers ausdrücken. Den empirischen Beweis für diese Einschränkung muß ich an dieser Stelle aller­dings schuldig bleiben.

       (59)      Oh, er ist dňch zuhause

 

       (60)      Ich hätte nie gedacht, daß er es dňch schafft!

 

       (61)      Kaum zu glauben, daß er dňch kommt!

Zusammenfassend kann man zur Übersetzung von wčl mit dňch und wňhl also sagen, daß das betonte niederländische wčl mit wňhl übersetzt wird, wenn Differenz zur vorherigen Aussage ausgedrückt werden soll. Diese Funktion erfüllt auch das deutsche dňch, da es allgemein Widerspruch kenn­zeichnet. Es drückt damit aus, daß etwas WIDERERWARTEN eingetreten ist.

       5.3. welschon

Auch das betonte wčl kann man im Deutschen wie das unbe­tonte wel mit schon übersetzen. Wie bei dňch geht Abraham auch bei schňn davon aus, daß es als Syno­nym für wňhl in der deutschen Übersetzung des betonten wčl verwendet werden kann. Ich behaupte dagegen, daß schon auch in der betonten Version eine andere Funktion hat als wňhl. Das unbetonte schon habe ich in 4.1. als Marker für Vertrauen umschrieben. Das betonte schon dagegen übernimmt eine ähnliche Funktion wie das unbetonte zwar. Das unbetonte zwar signali­sierte die Ein­schrän­kung einer Aussage durch aber im folgenden Satz. Auch beim betonten schon folgt eine Ein­schränkung im nächsten Satz, die in der Regel mit aber eingeleitet wird. Allerdings ist die Einschränkung durch einen weiteren Satz mit aber nicht obligatorisch. Sie kann auch konditional (durch wenn) ausgedrückt werden und der Nachsatz kann sogar ganz wegfallen. Ich möchte die Ein­schränkung durch das betonte schon deshalb als MISSTRAUEN im Gegensatz zum unbetonten schon (Vertrauen) kennzeichnen. Dieses Misstrauen wird vor allem bei den im folgenden Ab­­schnitt behandelten Fragen deutlicher werden.

       (62)      Hij was wčl thuis.

       (62a)    Er war schňn zuhause (aber ich hatte keine Gelegen­heit ihn zu sprechen).

       (63)      A: Dat haal je toch nooit.

                   B: Het lukt me wčl!

       (63a)    A. Das schaffst du niemals.

                   B: Das schaffe ich schňn (wenn mir jemand hilft)!

 

       (64)      Je zij niet, dat je dit boek niet boeit? Ik vind het wčl interessant.

(64a)    Hattest du nicht gesagt, daß das Buch nicht spannend ist? Ich finde es schňn interessant (wenn auch in der Tat etwas langatmig).

 

       (65)      A: Dit is heelemaal geen discussiepunt.

                   B: Is het wčl!/Jáwel.

       (65a)    A: Das ist überhaupt kein Disskussionspunkt.

                   B: Ist es schňn, (du willst nur nicht darüber dis­kutieren)!

 

       (66)      A: Het is toch niet waar dat Peter ziek is?

                   B: Het is wčl waar.

       (66a)    A: Es ist doch nicht wahr, daß Peter krank ist?

                   B: Das ist schňn wahr (aber er ist schon fast wieder gesund).

Dem Zuhörer wird durch schňn also signalisiert ?Paß auf, sei misstrauisch, da kommt noch eine Bedingung oder Ein­schränkung hinterher, da ist noch irgend ein Haken an der Sache?.

6. Fragen, Ausrufe, Befehle, Aufforderungen – Sonderfälle?

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, daß der gesamte bisherige Korpus fast ausschließlich aus Aussagesätzen bestand. Bei den in diesem Kapitel behan­del­ten Satzarten ergeben sich zu den oben gemachten Aussagen teilweise Einschränkungen.

In Antwortfragen kann niederländisch wel nur mit dem unbe­tonten wohl über­setzt werden. Zu den Antwortfragen zählen dabei mit Einschränkungen auch em­pha­tische Aussprachen, die dem Satzbau nach aber Antwortfragen sind.

       (67)      Hoe heet wel zijn vriendin?

       (67a)    Wie heißt wohl seine Freundin?

 

       (68)      Hoe hoog is die toren wel?

       (68a)    Wie hoch ist der Turm wohl?

 

       (69)      Voor wat voor idioot hou je me wel? (69a) Für wie blöd hältst du mich wohl?

       (70)      Wat denkt u wel!

       (70a)    Was glauben sie wohl!

Abraham bietet als Alternative zu wohl in den emphatischen Fragen auch noch die Partikel denn an, diese wird aber Synonym zu wohl verwendet. Eigentlich halte ich darüber hinaus als Alternative für passender.

In Ja-Nein Fragen ist die Verteilung etwas komplizierter. In Ja-Nein Fragen, die mit dem Verb beginnen, also echte Fragen sind, kann wel ebenfalls nur mit wohl über­setzt werden. Allerdings ist hier betontes wie unbetontes wohl verwendbar. Wird wohl betont, kann es auch analog zu Kapitel 5.2. durch doch ersetzt werden. Durch schon kann es nicht ersetzt werden, da schon hier nur in der temporalen Variante (niederländisches Äquivalent al) vorkommt.

       (71)      Had je dat wel van hem gedacht?

       (71a)    Hättest du das wohl von ihm gedacht?

 

       (72)      Is hij wèl thuis gewest?

       (72a)    Ist er wòhl (dòch) zuhause gewesen?

 

       (73)      Denkt u er wel aan de hond te voeren?

       (73a)    Denken sie wohl daran den Hund zu Füttern?

 

       (74)      Let u er wel op, dat u het gas uitdoet?

       (74a)    Achten sie wohl darauf, das sie das Gas abdrehen?

Auch hier zählen Aufforderungen, rhetorische Fragen u.ä., die ihrer Satzstruktur nach Ja-Nein Fragen sind, zu den Fragen. In den Aufforderungen, die im Grunde nur eine stärkere Form der Bitten aus den vorhergehenden Sätzen darstellt, kann durchaus auch wohl stehen.

       (75)      Wil je nu wel stil zijn!?

       (75a)    Willst du jetzt wohl ruhig sein!?

Stark emphatische rhetorische Fragen bilden jedoch eine Besonderheit. In ihnen steht im Niederländischen wel, im Deutschen aber kein wohl. Paradoxer Weise kann man trotzdem eigentlich als Übersetzung für wel hinzufügen. In einigen Sätzen ist aber selbst das nicht nötig.

       (76)      Ben je wel totaal idioot?!

       (76a)    Bist du eigentlich total bescheuert?!

 

       (77)      Heb je ze wel nog alle op een rijtje?!

       (77a)    Hast du (-) noch alle Tassen im Schrank?!

Eine letzte Gruppe unter den Fragen sind die unechten Fragen, die ihrem Satz­bau nach eigentlich Aussagesätze sind. Im Prinzip verhalten sie sich auch wie Aus­sagesätze. In echten Befehlen, die einen Imperativ enthalten und also keine ver­steckten Fragen sind, kommen weder im Deutschen noch im Niederländischen wel bzw. dessen deutsche Äquiva­lente vor. Allerdings wird in einigen Ausrufen und zum Teil auch in sehr emphatischen Fragen im Niederländischen wel ge­braucht, das dann im Deutschen nicht mitübersetzt wird.

       (78)      Ik krijg je nog wel!

       (78a)    Ich kriege dich noch (-)!

7. Schlußbemerkungen

Die bis hier beschriebenen Differenzen im Gebrauch von wel und wohl stellen nur einen Teil der zu untersuchenden Unterschiede von wel und wohl dar. So habe ich wel in zahlreichen anderen Funktionen, wie z.B. die von wel als Interjektion und als Konjunktion nicht behandelt. Auch bin ich mir völlig bewußt, daß es noch einige andere Übersetzungsmöglichkeiten von wel in den be­handelten Fällen gibt, wie z.B. etwa, sogar, bestimmt, vielleicht, vermutlich, wahrscheinlich usw. Diese werden jedoch fast alle als Synonyme zu wohl, schon, doch und zwar verwendet und besitzen auch im Niederländischen eigene Äqui­valente, Darüber hinaus hat sich bei doch und schon gezeigt, daß diese Partikel, auch ganz anders mit ent­sprechend anderen niederländischen Äquivalenten verwendet werden können. So­gar die Umstellung des Satzes kann schon einen völlig anderen Partikel erfordern, ohne daß sich die Aussage ändert. Teilweise ist eine wörtliche Über­setzung, wie ich sie hier vorgenommen habe, überhaupt nicht möglich. Dies ist vor allem bei idiomatischen Redewendungen der Fall. Hierzu hat Westheide eingehende Unter­suchungen durch­geführt. Um die Vergleichbarkeit zu wahren, habe ich mich jedoch auf die direkten Übersetzungen beschränkt. Darüber hinaus ist zu beachten, daß es sich in den gelieferten Beispielsätzen ausschließlich um die Verwendung einer einzigen Partikel handelt. Sehr häufig treten Partikeln aber in Kombination mit anderen Partikeln auf. Dadurch wird die Aussage weiter differenziert. Deshalb ist nachfolgendes Schema, in dem ich meine Er­gebnisse zusammenfasse, mit Vor­behalt zu betrachten. Es kann nur einen ersten Anhaltspunkt im kontrastiven Parti­kel­vergleich von wel und wohl liefern.


 

Funktion

Aussage

 

Ja-Nein-

Aussagefrage

Frage

Frage

Echte Frage

 

Antwortfrage

Indifferent

wohl

wohl

wohl

wohl

Different

wòhl

wòhl

wòhl

-

Vertrauen

schon

schon

-

-

Misstrauen

schòn

schòn

-

-

Einschränkung

zwar

zwar

-

-

Widererwarten

dòch

dòch

dòch

-

 

Abb. 2: Übersetzungsmöglichkeiten des Partikels wel ins Deutsche in Abhängigkeit zur Intention des Sprechers.

 

       8. Bibliographie

·       Abraham, W.: De betekenis en de functie van het Nederlandse wel – Een vergelij­king met het Duits. In: Auwera / Vandeweghe 1984, S. 17 – 46.

·       Van der Auwera, Johan / Vandeweghe, Willy (Hrsg.): Studies over Nederlandse Partikels. Antwerp Papers in Linguistics, Nr. 35, 1984; Universiteit Antwerpen, Wilrijk 1984.

·       Van Dale: Groot Wordenboek Nederlands – Duits, Duits -Nederlands, 2 Bände. Van Dale, Utrecht / Antwerpen 1986.

·       Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Duden­Verlag, Mannheim / Wien / Zürich 1984.

·       Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Duden­Verlag, Mannheim / Wien / Zürich 1995.

·       Foolen, Ad: De Betekenis van Partikels – Een dokumentatie van de stand van het onderzoek met bijzondere aandacht voor maar. Diss. Nijmegen 1993.

·       Hentschel, Elke: Funktion und Geschichte deutscher Partikeln – ja, doch, halt, eben. Niemeyer, Tübingen 1983.

·       Helbig, Gerhard / Kötz, Werner: Die Partikeln. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1985.

·       Westheide, Henning: Routinisering bij het gebruik van hulpwerkworden van moda­liteit en schakeringspartikels in Nederlandse en Duitse ,conversational routines?. In: ,ttt?, Jrg. 6, Nr.2, Juni 1986, 5. 153-168.

·       Westheide, Henning: Eine Kontrastive Analyse der Partikeln dt. wohl und nl. wel. In: Zeitschrift zur germanistischen Linguistik, ZGL 13, 1985, 5. 186-202.

·       Weydt, Harald (Hrsg.): Sprechen mit Partikeln. De Gruyter, Berlin / New York 1989.

·       Weydt, Harald (Hrsg.): Partikeln und Interaktion. Niemeyer, Tübingen 1983.



[1] Rudolph, Elisabeth: Partikeln in der Textorganisation. In: Weydt 1989, S. 501. Die von Rudolph genannten Zahlen sind eindrucksvoll, allerdings aufgrund der unklaren Abgren­zung der Partikeln mit Vorsicht zu behandeln.

[2] Weydt, Harald: Wortartenprobleme bei Partikeln. In: Weydt 1989, S. 6.

[3] Foolen 1993, S. 13ff.

[4] Weydt 1989, S. 8.

[5] Ich beziehe mich auf Van Dale 1986.

[6] Westheide 1986, S. 57. Es sei angemerkt, daß Westheide meines Einsehens nach von dem weiteren Partikelbegriff ausgeht. Somit zählt er also wahrscheinlich nicht nur die Partikeln m engeren Sinne.

[7] Zwar läßt sich auch als Adverb oder als Korrelat einer Konjunktion interpretieren.

[8]   Abraham 1984. In: Auwera, S. 21

[9] Hentschel 1986, S. 45

[10] Abraham l 984, S. 23.

[11] Hentschel 1986, S. 148.

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